Obststand Lima ©Hildegard Willer

EU-Pestizide vergiften Gemüse in Peru

Ein Dauerbrenner: immer noch gelangen hochgiftige Pestizide aus Europa nach Peru.

Wieder einmal gab es bei der großen Demonstration „Wir haben es satt“ im Januar 2024 in Berlin die Forderung „Giftexporte endlich stoppen“, organisiert  unter anderem von Misereor, PAN-Germany (Pestizid Action Network) und INKOTA. Die Forderung, den Export hochgiftiger Agrargifte, die in Europa verboten sind, endlich auch für Länder außerhalb Europas zu verbieten, haben wir als Informationsstelle, auch gemeinsam mit dem PAN, ebenfalls erhoben. Die Chemieriesen machen weiter Profite mit  hochgiftigen Pestiziden. Sie schaden damit Bäuerinnen und Bauern und auch den Konsument*innen in Peru, die das mit Pestiziden erzeugte Gemüse auf Märkten oder in großen Supermärkten kaufen und essen. Mit einer Petition an die Bundesregierung, die hier unterzeichnet werden kann, wird einmal mehr ein Stopp der Giftexporte gefordert.

Jetzt wurde mit einer stichprobenartigen Untersuchung aufgedeckt, wie sich der Export und Einsatz von Pestiziden in Peru auswirkt.

Die peruanische Küche ist sehr vielseitig und wird international sehr gelobt. Aber bei den verwendeten Lebensmitteln ist Vorsicht geboten. Verschiedene Untersuchungen machten deutlich: Es gibt heftige Überschreitungen der Grenzwerte von zulässigen Pestiziden:

Bei Sellerieproben auf dem Markt in der Andenstadt Huaraz überschritten diese um das 149-fache den erlaubten Grenzwert des Pestizids Clorpirifos. Der Salat im Supermarkt Metro in der Großstadt Arequipa enthielt 80mal mehr Clorfenapir als erlaubt. Der Pfeffer im Geschäft von Plaza Vea in der Andenstadt Huánuco enthielt das 327fache der erlaubten Menge des Pestizids Triazofos. Besonders hohe Pestizidrückstände wurden in Tomaten, Salat, Sellerie, Pfeffer, Frühlingszwiebel oder Kartoffeln in Stichproben in Geschäften in Arequipa, Cusco, Huaraz und Huánuco gefunden. Zum Teil waren diese so hoch, dass sie nicht für den menschlichen Verzehr geeignet waren.

In Peru sind 3.344 Pestizide registriert, die verkauft werden. Diese stammen auch von Bayer, BASF oder Syngenta. Der Verkauf von pharmazeutischen Produkten aus Europa nach Peru hat einen Wert von 336 Millionen Euro (1).

Der Einfluss der Pestizidlobby ist auch in Peru sehr stark. Die schwierigen Wetterbedingungen wie das Ausbleiben des Regens zur Regenzeit und Starkregen zur Unzeit und der zunehmende Befall mit Schädlingen bringt die traditionellen Bauern dazu, bei Problemen mehr Pestizide auszubringen.

Heinz Schulze

Quelle: Importaciones desde la Unión Europea, Seite 7 in: Reporte de Comercio Bilateral 1/2023, Peru, Ministerio de Comercio Exterior y Turismo).

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