Dialog, Respekt und Zusammenarbeit – der peruanische Umweltminister Manuel Pulgar-Vidal wurde es heute nicht müde, das gute Einverständnis von peruanischer Regierung und den Indigenenverbänden zu betonen. Anlass war die Einweihung des Indigenen Pavillons und der „Maloca Indigena“.

, einer Art grossen Schwitzhütte, auf dem Gelände der offiziellen Klimamesse „Voces del Clima“, das die Bevölkerung Limas für die Belange des Klimaschutzes erwärmen soll, solange die Weltklimakonferenz in Lima tagt. Den Indigenen käme beim Waldschutz (und damit beim Klimaschutz) eine zentrale Rolle zu, betonten alle Sprecher – angefangen vom Vertreter der norwegischen Regierung, welche das Ganze bezahlt hat, bis zur lokalen Vertreterin der UNDP.

Es wäre sehr zu wünschen, dass die neue staatliche Wertschätzung für die indigenen Mitbürger  nicht einfach ein Lippenbekenntnis ist. Doch ganz vermag man´s nicht zu glauben: vor fünf Jahren noch krachte es gewaltig in Bagua, im nördlichen Regenwald, als Indigene gegen die Vergabe ihres Landes an Investoren protestieren. Es kam zu 30 Toten.

Während der Umweltminister das neue Einvernehmen feiert, stehen in Jaén, im Norden Perus, die Vertreter mehrerer Dorfgemeinschaften vor Gericht, weil sie ihre Leute vor fünf Jahren in Bagua zur Gewalt angestachelt hätten. Von staatlicher Seite muss sich niemand verantworten. Niemand in Lima spricht mehr von diesem Gerichtsverfahren, das sich wohl noch Monate hinziehen wird.

Unter nachfolgendem Link findet man eine ausgezeichnete Reportage vom Gerichtsprozess über den Baguazo

http://www.npla.de/de/poonal/4929

 

Hildegard Willer

Foto: Luisa Donner

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