“Die Menschenleben aus den Anden gehen uns an” – Plakat bei Protesten in Lima ©Vera Lentz

19. Juli: Dritte Besetzung von Lima

Mit der  „Dritten Besetzung von Lima“ (Tercera Toma de Lima) wird zum dritten Mal seit der Amtsenthebung von Pedro Castillo zu Massenprotesten in der peruanischen Hauptstadt aufgerufen.

Die Entscheidung für den 19. Juli hat vor allem zwei Gründe: Zum einen sollen die Proteste vor der Rede von Präsidentin Dina Boluarte zum Nationalfeiertag am 28. Juli stattfinden, einem wichtigen politischen Moment im Jahr. Zum anderen ist der 19. Juli ein wichtiges Datum für die linken und progressiven Gruppierungen in Peru, da er an den historischen nationalen Streik von 1977 gegen die Militärdiktatur von Morales Bermudez erinnert. Dieser Streik gilt als Meilenstein in der Geschichte der peruanischen Linken und der Demokratie. Er gab den Anstoß zum Prozess zur verfassungsgebenden Versammlung Ende der 1970er Jahre.

Der Aufruf für den 19. Juli kommt von drei verschiedenen Gruppierungen: Conulp (Comité Nacional Unificado de Lucha en el Perú – Vereintes Nationalkomitee für den Kampf in Peru), Cul (Comando Unitario Nacional de Lucha – Nationales Einheitskommando) und dem Centro liberal de izquierdas y derechas (liberales Zentrum der Linken und Rechten.) Conulp ist eine neue Basisorganisation, die sich vor allem aus lokalen und regionalen linken Bewegungen und Gruppierungen zusammensetzt. Zu ihr gehört auch die Lehrergewerkschaft FENATE (Federación Nacional de Trabajadores en la Educación). Bei Cul haben sich u.a. die Gewerkschaft CGTP, der Zusammenschluss der Rondas Campesinas CUNARC und ebenfalls regionale und lokale linke Gruppierungen zusammengeschlossen, während im liberalen Zentrum u.a. das Kollektiv No a Keiko und die Parteien Partido Morado und Partido del Buen Gobierno vertreten sind.

Gemeinsame Forderungen aller drei Gruppierungen sind der Rücktritt von Dina Boluarte, vorgezogene Wahlen und die Bestrafung der Menschenrechtsverletzungen während der Proteste. Conulp und Cul fordern darüber hinaus eine verfassungsgebende Versammlung, den Schutz der natürlichen Ressourcen und die Freilassung aller im Zusammenhang mit den Protesten Inhaftierten.

Erwartet werden Demonstrierende aus allen Landesteilen. Aktivist*innen der Region Puno haben angekündigt, dass aus jeder der 13 Provinzen 1.000 Protestierende nach Lima kommen werden.

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