Ruth Buendia Mestoquiari (37) hat dieses Jahr den renommierten Goldman-Umwelt-Preis gewonnen.  Die Ashaninka-Führerin  hat enge Verbindungen zur Stadt München.  Die  Mutter von 5 Kindern ist eine engagierte, kämpferische Frau. Sie ist seit einigen Jahren gewählte Präsidentin der Central Asháninka Rio Ene (CARE) für die Dorfgemeinschaften im zentralen Regenwald, in der Region, wo vor Jahren die Horden des Leuchtenden Pfads wüteten. Ruth Buendía  verlor dadurch als Kind ihren Vater.

Vor einigen Jahren plante die peruanische Regierung (erneut), nunmehr mit dem brasilianischen Großunternehmen Odebrecht, den Ene-Fluss in der Schlucht Pakizapango (Haus des Adlers) auf zu stauen. Damit sollte Strom erzeugt werden für die Verarbeitung von Aluminium im brasilianischen Bundesstaat Acre. Durch den dabei entstandenen Stausee würden Tausende von Menschen ihre Heimat verlieren und erneut Regenwald vernichtet. Es gelang der indigenen Organisation CARE, auch dank internationaler Unterstützung (auch der Informationsstelle Peru e.V.),  und auch dank der Hilfe einer guten und fachkundigen Rechtsanwältin, die Sache publik zu machen und massiven Druck dagegen aufzubauen. Spendengelder aus München ermöglichten  eine intensive Informationskampagne in den indigenen Dörfern und kleinen Städten im zentralen Regenwald über die Auswirkungen des Staudamm-Projekts. Damit wurde die  Informationsmacht der Befürworter durchbrochen. Letztendlich hat die Firma Odebrecht (vorläufig?) das Vorhaben ausgesetzt, mit der Begründung,  die soziale Akzeptanz sei nicht gegeben.

Die Anti-Staudamm-Kampagne wurde mit großem Engagement von Ruth Buendia M. angeführt. Dieses Engagement wurde nun mit der Auszeichnung des Goldman-Preises am 28.4.2014 geehrt. Der Goldman-Preis gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen für ein Engagement im Umweltbereich.  Pro Jahr wird jeweils nur eine Person aus jedem Erdteil damit ausgezeichnet.

Zusammenarbeit mit CARE

Im Jahre 2008 konnte Ruth Buendia M. im Rahmen der Kooperation München-Asháninka nach München eingeladen werden. Finanziert wurde der Besuch über eine Großveranstaltung der TV-Serie Lindenstraße mit einem Umweltschwerpunkt in der Sendung. Ruth Buendía sprach vor Tausenden Menschen auf dem Marienplatz über die Bedeutung „ihres“ Regenwaldes. Die Öffentlichkeitsarbeit einer Solidaritätsgruppe lernte sie am Infostand der Perugruppe München kennen, wo sie – mit Übersetzung – viele interessante Gespräche führte und u.a. ein Seminar mit Jugendlichen im Bayerischen Wald durchführte. Bei meinen späteren Besuchen im zentralen Regenwald hatte ich  immer wieder Gelegenheiten, mit ihr Absprachen zu treffen.

Ein anderes Beispiel aus dem zentralen Regenwald:

Während Ruth Buendia M. und die Organisation CARE sich gegen diese Form des Extraktivismus wehren, sieht es bei anderen indigenen Organisationen anders aus. In der gleichen Region, am Tambo-Fluss, agieren die Verantwortlichen der Organisation CART (Koordination der Asháninka am Rio Tambo). Sie verhandeln mit den Erdölunternehmen Repsol und Pluspetrol, um von den zu erwarteten Gewinnen aus der Förderung von Erdgas und Erdöl etwas ab zu bekommen. Hier ist die Rede vom Bau einer Schule oder eines Krankenhauses, bei Investitionen von 800 Millionen Dollar – die sich ja dann auch rentieren sollen. CART gehört zum Zusammenschluss CONAP, von dem immer wieder berichtet wird, dass dieser eher unternehmensfreundlich ist.

(Informationen direkt von CARE und von Inforegion vom 29.5.14, Heinz Schulze)

 

 

 

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.