Am 6.6.17 erließ das peruanische Parlament, mit der Stimmenmehrheit der Fujimoripartei,  das Gesetz 30574. Diese Zahlen haben es in sich. Sie deklarieren den Bau einer Straße durch den Nationalpark Purús und weiteren Schutzgebiete im Alto Purús als von „nationalem, öffentlichem Interesse zum Vorteil einer nachhaltigen Entwicklung der Provinz Purus“ im nördlich-östlichen Regenwald, in der Region Ucayali, gelegen.

Wie man spätestens seit dem Odebrecht-Skandal weiss, werden beim Bau von Fernstrassen grosse Mengen Schmiergeld bezahlt. Bei einer Strasse durch ein unberührtes Naturschutzgebiet geht es aber um ökologische Aspekte. Zuerst ist die Strasse, und dan die illegalen Holzfäller, die Goldschürfer und die Drogen. Der vielgepriesene wirtschaftliche Aufschwung dagegen bleibt oft auf der Strecke, wie es die vor sich hinsiechende Carretera Interoceánica von Cusco nach Brasilien zeigt.

Einzig, wenn man die illegale, kriminelle Goldförderung, wie die damit zusammenhängende Regenwaldzerstörung als „Entwicklung“ betrachtet…

Die  peruanische Regierung will diese 300 km lange Straße, die mit 300 Millionen Dollar Kosten angesetzt ist, bauen. Dabei übergeht sie alle unterzeichneten Verträge, wie das Klima-Abkommen von Paris (Klimaschutz) oder die Abkommen zum Schutz der biologischen Vielfalt, etc.

Der Bau der Straße soll also durch einen großen Nationalpark führen. Diese werden, auch mit internationaler Unterstützung, wegen der dort vorhandenen biologischen Vielfalt rechtlich abgesichert.

Carlos Herz macht in seinem Bericht: Purús esa carretera no es desarrollo –  auf die Sachlage aufmerksam: Allein im ca. 2,5Millionen Hektar großem Nationalpark Alto Purús wurden 480 Vogel-, 250 Säugetiere, 78 Schlangen, 273 Fischarten gezählt. Der WWF spricht von einem der artenreichsten Schutzgebiete der Erde. Außerdem ist die Provinz von Purús eine der letzten Regionen Perus, in denen Mahagoni- und Zedernbäume noch nicht abgeholzt wurden. Wenn deren Abholzung – nun begünstigt durch den geplanten Straßenbau – als wirtschaftliche Entwicklung gesehen wird, wäre das ein Erfolg der Holzmafia. Für C. Herz ist weiter noch von zentraler Bedeutung: 80% der Bevölkerung (ca. 4.000 Menschen) der Purús-Region sind Indigene (Cashinahuas, Sharanaquas, Culinas, Amahuacas, Asháninka u.a.), die in 30 Dorfgemeinschaften leben. Des weiteren leben dort indigene Gruppen, sog. Nichtkontaktierte, Indigene die in freiwilliger Isolation leben wie die Mashco, Piru, Murunahuas und Oshinahuas. Deren Leben ist durch den Bau der Straße sehr gefährdet.

Carlos Herz hofft, dass durch nationale und internationale Proteste u.a. die Ministerien für Umwelt und Kultur ihre Verantwortung mit einem Einspruch wahrnehmen und einen Entwicklungsplan für die Purús-Provinz vorlegen, der wirklich nachhaltig ist.

Der Ausbau des Transportsystems auf den Flüssen und mit Kleinflugzeugen ist dem Bau einer Straße vorzuziehen.

Als Informationsstelle Peru werden wir, im Rahmen unserer Möglichkeiten, die Forderungen der indigenen Organisationen von Purús im Sinne der Sicherung des Territoriums und der vollen Mitbestimmung gemäß der ILO-Konvention 169,  unterstützen.

(Aus: Carlos Herz, www.noticiasser. pe, 14.6.17, übersetzt Heinz Schulze)

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