Über 100 000 Frauen und Männer gingen am 13. August auf die Strasse, um gegen sexuelle Gewalt zu protestieren. Ausgelöst wurde die Bewegung durch unrühmliche GerichtsurteileManchmal braucht es nur einen Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Für viele Peruanerinnen waren dies die Fernsehbilder einer jungen Frau, die von ihrem nackten Mann an den Haaren durch eine Hotelhalle gezogen wird.  Der Mann wurde nachher vor Gericht nur zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

In der Folge eröffneten ein paar Frauen eine geschlossene Facebook-Gruppe, die schnell auf 50 000 Mitglieder anwuchs. Das Besondere: in der Gruppe veröffentlichten Frauen jeden Alters und mit vollem Namen ihre jeweiligen Gewalt- und Übergriffserfahrungen. Die Idee zum Protestmarsch war dann der nächste Schritt.

Unter dem Motto „Ni Una Menos“ – Nicht eine weniger“, das auf die ermordete mexikanische Aktivistin Susana Chávez zurückgeht, protestierten am 13. August über 144 000 Frauen, Männer und Kinder in verschiedenen Städten Perus gegen jegliche Art sexueller Belästigung und gegen die Untätigkeit der Behörden.

In Peru sind Frauenmorde weiterhin ein grosses Problem.  Laut „The Guardian“ werden in Peru jeden Monat 10 Frauen getötet, 20 weitere entkommen nur knapp dem Tod – meist durch die Hand ihrer Männer.

Eine Studie der Ombudsbehörde aus dem Jahr 2015 zeige, so The Guardian, dass 81% der Frauen, die einem Tötungsversuch entgingen, danach keinerlei Schutz von den Behörden erhielten. 24% dieser Frauen würden später von ihren Männern getötet werden.

Hildegard Willer

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