Münchens Bürgerneister Monatzeder teilt in einem offenen Brief mit, dass am 27. Mai 2013 der Leiter der Dorfgemeinschaft Nuevo Amanecer Haway im zentralen peruanischen Regenwald, Mauro Pio Peña, auf offener Straße ermordet wurde. Die beiden tödlichen Schüsse wurden um 18.30 Uhr in der Provinzhauptstadt Satipo vor dem Krankenhaus von einem fahrenden Motorrad aus abgegeben, auf dem zwei Personen saßen.

Mauro Pio war wortgewaltig und direkt für die Rechte der indigenen Bevölkerung eingetreten. Mit großem Einsatz hatte er erreicht, dass seine Dorfgemeinschaft für ihr tradiertes Gemeinschaftsland, 36.000 Hektar Regenwaldgebiet, die offiziellen Landtitel erhielt. Er hatte diejenigen öffentlich mit Namen genannt und kritisiert, die sich illegal Land von Asháninkasiedlungen angeeignet hatten.

Die Mörder sind bereits gefasst. Sie gaben an, im Auftrag eines Holzfällerunternehmens der Region gehandelt zu haben, dem der Mord 2.000 Soles Wert gewesen wäre; das entspricht etwa 650 €.

München pflegt im Rahmen des KlimaBündnis eine Partnerschaft mit dem indigenen Volk der Asháninka im zentralen peruanischen Regenwald – und hat bereits vor einigen Jahren  die Ortschaft Nuevo Amanecer Haway dabei unterstützt, die Anerkennung als indigene Dorfgemeinschaft offiziell eintragen zu lassen und endlich die Landtitel zu bekommen.

Gerade deshalb fühlt sich München dem Dorf sehr verbunden und ist dankbar für die Anstrengungen, die es unternimmt, den Regenwald zu schützen und zu erhalten.

Aus unsererSicht müssen nun die Hinterbliebenen von Mauro Pio unterstützt, die Mörder ihrer gerechten Strafe zugeführt und die Auftraggeber und Hintermänner des Mordes juristisch belangt und zur Rechenschaft gezogen werden.

Monatzeder: Aus alter Verbundenheit mit Nuevo Amanecer möchten wir hiermit bei den zuständigen peruanischen Stellen und Instanzen ganz besonders folgende Punkte ansprechen und einfordern:

  • Die Landtitel für das Gemeinschaftsland aller Asháninka-Dorfgemeinschaften müssen zügig offiziell eingetragen und anerkannt werden, damit dem illegalen und betrügerischen Vorrücken der Edelhölzer-Mafia klare Grenzen gesetzt werden können.
  • Die bestehenden Einrichtungen, die den amazonischen Regenwald in Peru schützen sollen, müssen von den Behörden aufgewertet, gestützt und gestärkt werden.
  • Der illegale Handel mit wertvollen Tropenhölzern muss aufmerksamer als bisher unterbunden werden. Verstärkte Kontrolle und härtere Strafen tun not.

Unseren Klima-Partnern und -Partnerinnen, dem Volk der Asháninka im zentralen peruanischen Regenwald Perus, versichern wir, dass wir weiterhin die Vorgänge dort aufmerksam verfolgen und die Kooperation mit den Asháninka zu ihrem eigenen Schutz und zum Schutz des Regenwaldes wachsam fortsetzen werden.

Weiterhin gilt auch unser Münchner Stadtratsbeschluss, kein Tropenholz zu verwenden.“

Wer die Kooperation mit  den Asháninka zum Regenwalderhalt finanziell unterstützen möchte, ist herzlich dazu eingeladen:

Spendenkonto: Stichwort Asháninka.

Bankverbindung: Nord Süd Forum München e.V., Kontonummer 8833100

Bank für Sozialwirtschaft (BfS), BLZ 70020500

(Pressemeldung der Klimapartnerschaft der Stadt München mit den Ashaninka im zentralen Regenwald Perus)