Mehr als 60 Indígena-Organisationen und Umwelt-NGOs aus Peru und Europa protestierten am 4. Mai, im Herzen der globalen Finanzwelt, in London,  gegen die Abholzung des Regenwaldes mit BörsengeldernDer Protest galt der Firma United Cacao Limited SCEZ, die an der Londoner Börse gelistet ist.  Die drei Zweigfirmen  „United Cacao del Norte“, „Plantaciones de Ucayali“ und „Plantaciones de Loreto“ sind gemäss langjähriger  Recherchen verantwortlich für die Abholzung von 11 100 Hektar tropischen Regenwaldes in Peru.

Damit würde, so die Investigativ-NGO „Environmental Investigation Agency“, United Cacao de internen Regeln der Börse von London verletzen und müsste dementsprechend von der Börse verbannt werden.

Dennis Melka, der Präsident von United Cacao, reagierte mit einem Brief an die Börse von London, in dem er anführte, dass seine Unternehmungen in Peru alle notwendigen amtlichen Bewilligungen vorweisen könnten.

Erst eine Woche zuvor, erlitt United Cacao einen heftigen Rückschlag, als der „Roundtable for Sustainable Palm Oil“, die Vertretung von Unternehmen, die sich zu nachhaltigem Palmöl-Anbau verpflichten, die Melka-Firma „Plantaciones de Ucayali“ dazu aufforderte, ihren Betrieb in Ucayali einzustellen, weil sie Umwelt- und Indigenen-Rechte verletzen würden.

Der Palmöl-Anbau ist in Peru heftig umstritten, es gibt keine politische einheitliche Stossrichung: während das peruanische Umweltministerium den Anbau untersagt hat, erlaubt eine Klausel dem Landwirtschaftsministerium Böden als für den Anbau geeignet auszuweisen.

Dazu kommt, dass die regionalen Behörden auf eigene Faust (und zuweilen unter Korruptionsverdacht) Palmöl-Konzessionen vergeben können.

Hildegard Willer

 

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