Während immer noch Schwarzgeldkonten aus der Montesinos-Zeit beschlagnahmt werden, kommt erst jetzt das Ausmass der Korruption durch die brasilianische Baufirma Odebrecht ans Licht der Öffentlichkeit

Schwarzgeldkonto aus der Fujimori-Zeit in der Schweiz beschlagnahmt

Immer noch werden neue Konten entdeckt, auf die Schmiergelder aus der Fujimori-Zeit geflossen sind.

1998 hat der peruanische Staat vom staatlichen russischen Rüstungsunternehmen Rosvoorouzheine  drei MIG-29-Kampfjets im Wert von 126 Millionen Dollar abgeauft.  Dabei flossen Zahlungen in Höhe von 35 Millionen Dollar. Beteiligt waren: Yuri Khozyainow, Vizedirektor des staatlichen russischen Unternehmens Rosvoorouzheine sowie Vladimiro Montesinos, damals Geheimdienst-Chef des  Ex-Präsidenten .

Die bekannten Zahlen: Der Vizedirektor Yuri Khozyainow erhielt 2,5 Millionen, Montesinos 10,9 Millionen, der ehemalige russische Geheimdienstcheaf Evgeny Ananiev erhielt 2,5 Millionen Dollar. Die Gelder liefen über ein Netz von Offshore-Firmen und Konten in Panama, den Bahamas und Zürich. Auf dem Konto der Bank Bipielle (früher Adamas Bank) liegen noch 5 Millionen Dollar. Ein Teil der Schmiergelder wurde in Italien auf ein Konto bei der Raiffeisen Bank in Nova Levante transferiert.

Die nun beschlagnahmten Konten gehörten dem russischen Ex- General Evgeny Nikolaevich Ananiev, der flüchtig ist.

Heinz Schulze

Quelle: Cesar Romero, La República, Lima, 7.3.16

 

Das gemeinsame Erbe dreier Präsidenten: Odebrecht

Während der Regierungszeit von Alejandro Toledo, Alan García und Ollanta Humala schloss die peruanische Regierung umfangreiche Verträge mit dem brasilianischen Bau-Riesen Odebrecht.  Odebrecht ist das größte brasilianische Bau-Unternehmen und heute tief verwickelt in den größten Korruptionsskandal Brasiliens. Die Frage ist nun: flossen auch Schmiergeldzahlungen für Odebrechts Projekte in Peru ?

Projekte von Odebrecht in Peru

Der peruanische Staat  schloss zwischen 2000 und 2015   mit der Firma Odebrecht Verträge für 15 Großprojekte in Höhe von 29,6 Milliarden Soles, also ca. 10 Milliarden Euro ab.

Im Detail: Unter Alan Garcia (2006 – 2011) ging es um Straßenbau (Empalme – Region San Martin) für ca. 35 Mio. €, Trinkwasser in Iquitos (Amazonas) für ca. 35 Millionen €, Straßenbau in der Andenregion Ancash mit ca. 135 Mio., „Metro-Linie I, Teil 1 und 2 in Lima (Transport-Ministerium mit ca. 1 Mrd.. €).

Unter Präsident Toledo (2001 – 2006)ging es um eine Kläranlage und Trinkwasser-Aufbereitungsanlage in San Bartolo mit ca. 10 Mio. €, Modernisierung des Trink-u. Abwassersystems in Callao mit ca. 22 Mio.€, das Trinkwassersystem in Chimbote mit ca. 30 Mio., Straßenbau in Tingo Maria, ca. 36 Mio. €, Wasserleitungssysteme „Callao Norte“ mit 54ö Mio. €, Bewässerungsprojekt u.a. von Olmos (mit der Regionalregierung von Lambayeque) mit ca. 200 Mio. €, Straßenbauprojekt als Teil des Transozeanischen Straßenprojekts von Brasilien zum Pazifik: IRSA-Nord mit ca. 265 Mio. € und IRSA-Straßenbauprojekt Süd mit ca. 434 Mio. €, Straßenbauprojekt Costa Verde mit ca. 101 Mio. €, Erdgasprojekt Südperu (Energie-u. Bergbauministerium) mit ca. 7 Milliarden €.

In der Regierungszeit von Präsident Humala (2006 – 2011) fanden statt: Straßenbauprojekt Hualapampa-Vado Grande, ca. 21 Mio. €, Straßenbauprojekt Negromayo-Occokoruro-Pallpata (Cusco) mit ca. 99 Mio. €…

Im Notizbuch des Odebrecht-Chefs, das die brasilianische Staatsanwalt besitzt, seht der Eintrag für einen Besuch in Lima O.H. Und daneben: Geld. Damit könnte wohl der peruanische Präsident Ollanta Humala gemeint sein.

(Quelle: Untersuchung von Ernesto Cabral, Rosa Laura, Leslie Moreno, Hernán P. Florindez in: IDL-Reporteros 03-2016, Lima, gekürzte Übersetzung Heinz Schulze)

 

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