Die brutale Zerstörung des südlichen Regenwaldes Perus, im Departament Madre de Dios, hat viele Täter. Zu nennen wären „wir“, die Käufer des dort mit tausenden Kilo von Quecksilber aus dem ehemaligen Regenwald herausgewaschenen Goldes – für Schmuck und Goldanlagen angesichts der Euro-Verunsicherung. Dann braucht es zehntausende von Schwerarbeitern die die Erde umwälzen und auswaschen. Aber es braucht auch die Aufkäufer dieses illegalen Goldes in Peru und natürlich solche im Ausland. Nach Recherchen der peruanischen Zeitung „El Comercio“ spielt die Schweiz hierbei  eine wichtige Rolle.

Nicht kleckern – klotzen, dann lohnt es sich.

El Comercio benennt die peruanischen Gold-Barone wie die Firma Universal Metal Trading bzw. International Metal Trading, As Peru  CIA, E&M Company und Minera Tambopata – sie verkauften im Jahr 2011 ca. 25 Tonnen illegal in dieser Region gefördertes Gold in die Schweiz. Der Umschlagplatz ist in Peru die Stadt Puerto Maldonado. Zweigstellen haben diese Clan-Firmen in Tambopata, Huepetuhe und Mazuco, früher verschlafene Siedlungen, heute Umschlagplätze für Umweltgift (sprich Quecksilber), Prostition  und Gold.

Damit es gesagt ist, die Namen der Besitzer dieser Goldclans bzw. Aufkäufer in Peru sind bekannt. Cecilio Baca F. Mit Familie (der Clan Baca), Ing. Jorge m Zavaletta V., Moises und Arturo Ortiz Ortiz (Los Poderosos), Leonardo Callali W., (Oro Fino), Miguel Zinayuca (E M Company) und Percy Sumarriva (Minera Tambopata). Herr Zavaletta war einige Jahre Berater im Bergbau-und Energieministerium Perus, Abteilung Bodenschätze.

Das Bild von kleinen Goldgräbern ist falsch: Die Firma Zavalettas exportierte 2011 ca. 19 Tonnen Gold in die Schweiz, mit einem Wert von ca. 900 Millionen Dollar – und das, wie El Comercio lapidar feststellt, mit der Fluggesellschaft KLM. Das ist eine interessante Vorstellung für Peru-Touristen, auf vielen Kilos Gold im Flieger zu sitzen. Der „Clan Baca“ versteckt seine Geschäftsräume hinter der Fassade eines Hotels, El Principe und exportierte mit As Peru  CIA 2011 über 4 Tonnen Gold nach Genf, Wert 210 Millionen $ und die Besitzer von Minera Tambopata waren mit 22 Millionen Dollar dabei. Sie sind auch die größten Käufer des Goldes aus den Hochanden bei Puno.

Als Schweizer Goldaufkäufer nennt El Comercio MKS Finance (Spezialisiert auf Edelmetalle, Promenade de Saitn Antoine 10 in Genf und PAMP. (in Castel San Pietro, Schweiz mit Verkaufsstellen-Hinweise spez. für Münzen auf die Schweizerische Post in Bern oder die Münzhandelsgesellschaft oHG in Braunschweig ). PAMP betont auf ihrer web-site die Wichtigkeit des sustainable development…

Das peruanische Finanzministerium hat, mit der zuständigen Staatsanwaltschaft nun jahrelange Freiheitsstrafen u.a. gegen Zavaletta, Ortiz Ortiz, Caballi, dem Clan Baca u.a. beantragt – wegen Steuerhinterziehung – nicht wegen der schlimmen Umweltzerstörung durch den Abbau mit Quecksilber im großen Stil.

Die Schweizer Aufkäufer müssen sich evtl. nach neuen Abietern umschauen, besser natürlich, sie würden auf dieses kriminelle und umweltzerstörerische Gold verzichten.

Oder, wir Käufer zeigen die Rote Karte und machen eine Art Gold-Fasten.

(Mit Informationen aus  El Comercio, 31.7.12, Lima/Peru, Oscar Castillo)

Autor: Heinz Schulze