Müllbeseitigung in München und in Peru.

Für die Nicht-Münchner: Rama dama, deutsch „Räumen tun wir“ war ein legendärer  Aufruf des damaligen Münchener Bürgermeisters Thomas Wimmer nach dem Ende des zweiten Weltkrieges, die Trümmer wegzuräumen. Heute findet das  „Rama dama“  an den Ufern des Isarflusses statt.

 

Aber nicht nur dort.

 

Katsingari und Potsoteri sind zwei Asháninkadwaldörfer im zentralen Regenwald Perus, am Ene-Fluss gelegen. Hier hatte die Organisation Central Asháninka del Rio Negro (CARE) zur Abfallbeseitigung aufgerufen. Der neugewählte Präsident Angel Pedro Valerio betonte, dass diese Aktion wichtig sei, um die Verschmutzung der Flüsse zu verhindern.

Zivilisationsmüll in indigenen Siedlungen ist ein zunehmendes Problem. Ein Grund sind ausgerechnet die Nahrungshilfen für Kinder und Schüler. Die Lebensmittel des staatlichen Programms Quali Warma werden, so der CARE Präsident, in Konservendosen oder in Plastik abgepackt geliefert. Da kommt viel nicht-organischer Abfall zusammen.
Das ist ein weiteres Argument, darauf zu bestehen, dass diese Lebensmittel, wie schon in Teilen der Anden üblich,  frisch und aus der Region für die Schulspeisung vom Staat aufgekauft werden. Das würde den regionalen kleineren Produzenten und nicht den großen Keks-und Fischkonservenherstellern ein Einkommen sichern.
Auch in Huancayo gab es ein „Rama Dama“ bei den Heiligtümern Huaytapallana, Virgen de las Nieves, Lagunas Lastuntay und Caruacocha (Provinz Huancayo). Auch hier waren Freiwillige tätig. Sie sammelten am Abhang dieser Andenheiligtümer sechs Tonnen Müll, hauptsächlich Flaschen. Die  leeren Flaschen an den Heiligtümern sind die Überbleibsel von den „pagos a la tierra“, den Danksagungsriten an die Mutter Erde, bei denen reichlich Bier und Wein getrunken wird. Die leeren Flaschen werden einfach an den heiligen Stätten zurückgelassen. Eine etwas seltsame Form, der Mutter Erde zu huldigen!

(Heinz Schulze aus CARE, und Servindi, 5.8.17 sowie inforegion 7.6.17)

 

 

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