Und schon wieder sind indigene Organisationen dagegen – zu Recht?

Es geht um den geplanten Ausbau der Flüsse Huallaga, Amazonas, Marañon und Ucayali.

Diese sollen teilweise ausgebaggert werden, damit in dieser tieferen Fahrrinne größere (Fracht-)Schiffe fahren können.  Die chinesische Firma SINOHYDRO und das peruanische Finanzkonsortium CASA haben dafür vor zwei Jahren die Konzession erhalten.

Seitens der peruanischen Regierung wird betont, dass durch die Flussausbaggerung zum Beispiel Produkte aus Brasilien leichter nach Peru transportiert werden können und so das Leben im Regenwald verbessert wird. Der indigenen Bevölkerung würden diese Fortschrittsprojekte Schulen, Brücken, Krankenhäuser und Häfen geben.

Generell ist dieses Großprojekt Teil des Nationalen Plans zur Steigerung der Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit. Dieser wird für den Nationalfeiertag am 28. Juli 2019 angekündigt.

Die Organisationen der davon betroffenen indigenen Dorfgemeinschaften (ORPIO – Regionale Organisation der indigenen Völker des östlichen Regenwaldes, speziell des Volkes der Kukuma) kritisieren das Vorhaben so wie es jetzt geplant ist. Ihre Argumente: Die Ausbaggerarbeiten gefährden die Fischbestände in diesen Flüssen. Der Transport mit wenigen großen Schiffen beeinträchtigt den lokalen Warentransport mit kleinen Booten.

Eine ganz große Sorge ist, dass die großen Lastschiffe speziell für den Transport von Materialien für die Erdölproduktion eingesetzt werden könnten.

Sie beziehen sich auf die UN-Richtlinien über die Verantwortung von Unternehmen und auf den peruanischen Nationalen Menschenrechtsplan von 2018 bis 2021. Die Erstellung dieses Menschenrechtsplans wurde durch die Europäische Gemeinschaft gefördert. Und sie beziehen sich natürlich auch auf die ILO-Konvention über die Rechte indigener Völker, worin festgelegt wird, dass zum Beispiel die Erstellung der notwendigen Umweltverträglichkeitsstudien nur im Rahmen der in dieser Konvention vorgesehenen Vorab-Konsultation stattfinden darf.

Die peruanische Nichtregierungsorganisation DAR begleitet die indigenen Organisationen, damit das, was in dem Menschenrechtsplan festgehalten ist, nicht nur eine schöne Ankündigung bleibt.

Die indigenen Organisationen sehen aus bisherigen Erfahrungen beim Anlegen von Häfen, dass diese schnell Müllhalden werden mit Abfällen und Ölteppichen, wodurch die lokale Fischerei unmöglich gemacht wird. Außerdem sind die flachen Flussregionen wichtige „Kinderstuben“ für die Jungfische, die durch die Vertiefung der Flüsse gefährdet sind.

(Aus Servindi 21.1.19 und Ankündigungen von ORPIO, gekürzt und übersetzt Heinz Schulze)

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.