Liebe Leserinnen und Leser,

seit mehreren Monaten dominieren in Peru  zwei Themen: die Überschwemmungen, die vor allem in den nordperuanischen Departamenten Piura, Lambayeque und Libertad 186 000 Menschen ihrer Häuser beraubt haben. Zum anderen der Bestechungs-Skandal rund um die brasilianische Baufirma Odebrecht.

Über beides können Sie in diesem InfoPeru lesen.

Während der Ninho sich abgeschwächt hat und nun an den Wiederaufbau gedacht werden kann, kommen beim Odebrecht-Skandal jeden Tag neue Bestechungsfälle ans Licht. Nachdem Ex-Präsident Alejandro Toledo bereits mit internationalem Haftbefehl gesucht wird, ist Ex-Präsident Ollanta Humala der nächste im Fadenkreuz der Ermittler. Laut Aussagen von Marcelo Odebrecht, soll der damalige Präsident Brasiliens, Lula, die Wahlkampgne von Ollanta Humala mit 3 Millionen unterstützt haben – in bar und über die Mittelsmänner von Odebrecht.

Die Ex-Präsidenten Alan García und Alberto Fujimori sind bisher noch nicht namentlich genannt worden, aber es gibt starke Anzeichen für ihre Verwicklung. Gerade Alan García hatte in seiner Regierungszeit vielfältige Geschäfte mit Odebrecht, und zum Dank schenkte Odebrecht ihm eine Kopie der Christus-Staue von Rio, die nun in Lima – Chorrillos zu sehen ist.  Aber auch Regional- und Lokalregierungen haben sich mit den öffentlichen Ausschreibungen schamlos bereichert. Der vormalige Regionalpräsident von Cusco, Jorge Acurio, sitzt bereits in Haft.

Das Korruptions-Schema war immer dasselbe: die Auftragskosten wurden aufgebläht, die übrigen Gelder wurden zwischen Odebrecht und den beteiligten Regierungen bzw. -beamten verteilt. Leidtragende sind alle Peruaner, denn das Geld wurde dem Staatssäckel entwendet. Getreu der Devise „Er stiehlt, aber macht auch was für uns“ (Roba, pero hace obras), hält sich die Bürgerentrüstung darüber leider noch in Grenzen . Es ist nur zu hoffen, dass die peruanische Staatsanwaltschaft in ihrem Bemühen um Aufklärung und Anklage nicht nachlassen wird.

Ende April fand in Köln das jährliche Peru-Seminar der Infostelle Peru statt. Es war gut besucht und bot einen bunten Reigen an Themen.  Im Infoperu können sie alles darüber nachlesen.

Aufmerksam machen möchten wir Sie auch auf die Unterschriftenaktion zur Säuberung des Titicaca-Sees, die Sie ebenfalls in diesem InfoPeru vorfinden.

Dies ist der 50. Newsletter, den Sie auf Ihrem Bildschirm lesen können. Seit 6 Jahren versendet die Infostelle diesen zweimonatlichen Infobrief. Die Themen gehen uns nicht aus –  wenn Sie Vorschläge haben für Themen, Interviewpartner oder sonstige Aktionen, dann schreiben Sie uns bitte an newsletter@infostelle-peru.de

Wie immer können Sie den InfoPeru auch als pdf-Datei lesen und hier herunterladen Infoperu 50

 

Hildegard Willer

 

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