Liebe Leserin, lieber Leser des InfoPeru,

wenn man in diesen Tagen durch die Strassen Limas – und wahrscheinlich auch anderer peruanischer Städte – schlendert, so hört man nicht nur die üblichen Autogeräusche, ihr Hupen und das Schreien der Straßenhändler, sondern immer mehr auch hervorragend gespielte Straßenmusik. Klassik, Jazz, lateinamerikanische Volksmusik, Rap – all das kann man in Einkaufszentren, Plätzen und Fußgängerzonen hören. Die Musiker sind venezolanische Flüchtlinge, die ihr Heimatland verlassen haben, weil sie dort kein Auskommen mehr hatten. Venezuela hatte – im Gegensatz zu Peru – ein sehr gutes, staatlich gefördertes Musikschulsystem, das weltbekannt war und jetzt genauso darniederliegt, wie alles andere in Venezuela. Peru kommt dies jetzt zugute: hervorragend ausgebildete venezolanische Musiker unterrichten klassische Instrumente, dirigieren Chöre, und verdienen sich durch Straßenmusik ihren Unterhalt. Musik ist ein Beispiel dafür, wie Peru eindeutig von der Ankunft der inzwischen 450.000 Venezolaner profitiert.

Leider werden solche positiven Migrationsgeschichten auch in Peru eher selten erzählt. In den Medien überwiegen die sensationell aufgemachten Berichte über venezolanische Straftäter oder die, leider oft den Tatsachen entsprechenden, Dumping-Löhne, die peruanische Unternehmer den venezolanischen Migranten bezahlen. Dennoch: die Solidarität der Peruaner mit den neu Angekommenen dürfte sich die Waage halten. Immer wieder höre ich von Beispielen tatkräftiger Solidarität, wie das einer Freundin, die – obwohl sie selber nicht viel Geld hat – eine venezolanische Familie mietfrei bei sich wohnen lässt.

Dass ihr Land Ziel von Migranten ist, ist den Peruanern neu. Altbekannt ist dagegen die Korruption. Und auch da gibt es Hoffnungszeichen, wie die jüngst bestandene Vertrauensfrage des Präsidenten Vizcarra im Parlament beweist. Darüber, über die bevorstehenden Kommunalwahlen und noch vieles mehr können Sie in diesem InfoPeru lesen.

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Hildegard Willer

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