Neuer Exportschlager: Aguaymanto – Physalis

Soll alles, was Geld bringt, exportiert werden ? Die Kapstachelbeere, Physalis, klingt zwar nach Südafrika, stammt ursprünglich aber aus den Anden.
Die in den peruanischen Anden heimische Frucht Physalis, Aguaymanto in Quechua oder Tomatillo in Peru, in Chile als Liebestasche (bolsa de amor), bei uns bekannt als Kapstachelbeere oder Andenkirsche, ist eine kleine gelbe Frucht,  reich an Vitamin C, Proteinen, Mineralstoffen und vieles mehr.
Schon früh wurde sie  von portugiesischen Seefahrern nach Südafrika (Kap der Guten Hoffnung) gebracht Heute wird sie angebaut in Peru, Kolumbien, Bolivien, Ecuador, Chile, in der Karibik, Südafrika, Kenia,Indien, Australien, Neuseeland .
In Peru nimmt sie aktuell einen immer größeren Platz als Exportprodukt ein.
Hierbei ist das Unternehmen Agro Andino (mit deutschen Verantwortlichen) in der Provinz San Pablo (Region Cajamarca) zu erwähnen. Das Unternehmen wurde 2012/2013 mit Mitteln des BMZ aus dem  Public-Privat Partnership-Programm gefördert. Der Export wird unterstützt durch das peruanische Programm Sierra Exportadora. In San Pablo, in Küstennähe, werden ca. 300 Hektar Physalis angebaut.
In der Region Huancayo im zentralen Andengebiet, im Dorf Pillao, wird aktuell auf ca. 1.800 Hektar Physalis angebaut – für den Export nach Deutschland. In  der südlichen Andenregion wird auch viel Aguaymanto angebaut.
Die Produzenten von Pillao setzen auf die Zusammenarbeit mit Agro Andino und damit auf den Export. Die Verantwortlichen von Agro Andino erklären, dass sie damit viele Arbeitsplätze schaffen.
Laut Unterlagen von Sierra Exportadora wurden 2013 ca. 50.000 kg getrocknete Physalis mit einem Wert von 628.000 $ exportiert, pro Kilo für 12,40 $. Frische Physalis kommen wenige aus Peru: 2013 waren es 2.700 kg im Wert von 13.000 .
Auch in diesem Fall ist zu fragen: Sind landwirtschaftliche Produkte nur noch gut oder interessant, wenn sie durch den Export „veredelt“ werden? Ist das die Vorstellung eines „guten Lebens“ und verantwortlichen Konsums, wenn wir hochwertige Lebensmittel bekommen und für die Menschen in Peru diese immer weniger zur Verfügung stehen? Ist das eine gute Entwicklungsperspektive, wenn die Menschen in Peru  zwar einen Arbeitsplatz bekommen und Geld verdienen, sich aber dann einseitig ernähren müssen mit importierten Kartoffeln, Reis, Nudeln, weil die wertvollen Nahrungsmittel exportiert werden?
Ein Konzept zur Ernährungssouveranität ist das nicht.
Heinz Schulze, mit Infos von Sierra Exportadora, Peru, sowie web-site von Agro-Andino und inforegion

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