Fotogalerie: Quillabamba wählt

 

In Quillabamba im Amazonasgebiet von Cusco, liegen die Erdgasvorkommen von Camisea. Jimena Rodriguez hat die Stimmung vor und während der Wahlen in der Provinz La Convencion fotographisch dokumentiert.

 

Während der Kampagne für die Präsidentschaftswahlen haben sowohl Keiko Fujimori von der Partei Fuerza Popular wie auch Pedro Castillo von der Partei Peru Libre immer wieder Bezug genommen auf ein Thema, das die Regionen mit Rohstoffvorkommen besonders interessiert: der “canon”,  die Steuerabgaben auf die Rohstoffförderung, die wieder in die Förderregionen zurückfliessen.  Während Keiko Fujimori versprach, dass sie 40% des “Canons” direkt an die Bürger*innen auszahlen würde, kündigte Castillo die Verstaatlichung der Erdgasförderung an. In der Amazonas-Region La Convencion – die zu Cusco gehört – liegen bei Camisea die grössten Erdgasfelder Perus. La Convencion umfasst 14 Distrikte, darunter indigene Gemeinschaften und einige Dörfer, die bereits zum Kokaanbaugebiet des VRAEM gehören.  Hier in La Convencion hatte Pedro  Castillo im 1. Wahlgang 39,82% der Stimmen erhalten. Veronika Mendoza erreichte mit 18,926% der Stimmen den zweiten Platz.

 

Während der Kampagne für die Stichwahl, gab es kaum politische Auseinandersetzungen, obwohl die Partei Fuerza Popular zu einem sogenanntesn “Marsch für die Demokratie” aufrief. Es fanden sogenannte “chuletadas” (Kotelett-Essen) statt, um Wahlkampfspenden zu sammeln; die Parteien verkauften T-Shirts und Masken mit ihren Logos.

Bereits am 8. März, also vor dem 1. Wahlgang, und als noch kaum jemand Pedro Castillo kannte, kam dieser nach Quillabamba, um für seine Partei und seine Kandidatur zu werben.

Auch im zweiten Wahlgang gewann Pedro Castillo von Peru Libre, dieses Mal haushoch mit 84,563% der Stimmen. Fuerza Popular (Keiko Fujimori) erhielt 15,437% .

Keiko Fujimori konnte mit ihrem Versprechen, 40% des “Canons” an die Bürger*innen auszuzahlen, nicht überzeugen.  Auch andere  Bergbauförderregionen wie Espinar oder Chumbivilcas stimmten mit überwältigender Mehrheit für Pedro Castillo und gegen Keiko Fujimori.  Warum kam ihr Versprechen hier nicht an ? Ein Distrikt, der Rohstoffeinnahmen hat, lebt nicht automatisch im Überfluss. Die technischen Ressourcen zum Einsatz der Gelder sind beschränkt, für viele Ausgaben muss die Genehmigung der Zentralregierung eingeholt werden. In La Convencion liegen die grössten Erdgasfelder Perus, aber die Menschen hier kochen mit Holz. Was bringt dann das Erdgas, wenn es nur exportiert wird und die Menschen selbst jeden Tag ärmer werden ? Warum einer Kandidatin glauben, die das Blaue vom Himmel verspricht, wenn die Menschen dies schon von anderen Politikern gehört haben, deren Versprechungen nie erfüllt wurden ?

Die nachfolgende Fotoreportage gibt einen Einblick, wie die Provinz La Convencion mit ihren 99 000 Wähler*innen diese Wahl erlebt hat.

Jimena Rodriguez Romani hat ihren Abschluss in Journalismus an der Katholischen Universität in Lima gemacht, sowie ein Fotographie- und Videodiplom am Centro de la Imagen in Lima. Sie arbeitet bei Radio Quillabamba als Reporterin und Fotographin in der Provinz La Convencion.

 

 

 

 

 

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