Ankündigungen und Neues aus der Arbeit der Infostelle Peru

 

Die Infostelle Peru protestiert gegen die Einmischung der Friedrich-Naumann-Stiftung in den peruanischen Wahlkampf

Die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung und Invertir Libertad, ein liberaler Think-Tank in Peru, haben den umstrittenen venezolanischen Oppositionsführer Leopoldo López am 29. Mai zu einem Forum zum Thema „Gefahren für die Demokratie“ nach Lima eingeladen und machten damit Stimmung zugunsten von Keiko Fujimori. López warnte die Menschen in Peru davor, ein politisches Desaster wie in Venezuela zu wiederholen. Nach seinem Beitrag zog er sich das Trikot der peruanischen Fußballmannschaft über, das von Keiko Fujimori und ihren Anhänger*innen häufig bei Wahlveranstaltungen getragen wird.

Eine solche Einmischung in den Wahlkampf hat die Infostelle in einem offenen Brief kritisiert. Vorstandsmitglied Heinz Schulze: „Ausgerechnet eine mutmaßliche Kriminelle mit einer mafiaartigen Partei als ‚Garantin‘ und ‚Retterin‘ der Demokratie zu verkaufen, ist nicht akzeptabel.“ Den gesamten Wortlaut des Briefes können Sie hier lesen.

Die Friedrich-Naumann-Stiftung reagierte auf den offenen Brief und verneinte, dass es in Peru eine Zusammenarbeit mit Keiko Fujimori oder Pedro Castillo bzw. ihren Parteien gegeben habe. Die Einladung eines venezolanischen Oppositionspolitikers nach Peru sei angesichts der Tatsache, dass Peru rund eine Million venezolanische Flüchtlinge aufgenommen hat, ein wichtiger Beitrag zum politischen Diskurs. Der Vorwurf, ein Trikottausch von Dritten sei eine Form der Wahleinmischung, sei unzutreffend.

 

Plattform Europa-Peru:

Freie und neutrale Wahlen garantieren! Wahlergebnis anerkennen!

Die Plattform Europa-Peru, ein Zusammenschluss von Peru-Gruppen aus mehreren europäischen Ländern, in dem die Infostelle Peru Mitglied ist, hat während des Wahlkampfs zur Abhaltung freier und neutraler Wahlen aufgerufen und nach der Feststellung des Wahlergebnisses dazu aufgerufen, das demokratisch zustande gekommene Ergebnis anzuerkennen.

Beide Aufrufe können Sie herunterladen und lesen:

20210601_Comunicado_Garantizar el estado de derechos y elecciones imparciales

https://eulatnetwork.org/es/llamado-a-la-union-europea-sobre-la-situacion-electoral-en-el-peru/

 

Mitgliederversammlung der ISP am 4. Mai

Am 4. Mai haben sich die Mitglieder der Infostelle online getroffen und unter anderem einige Satzungsänderungen beschlossen: Mitgliederversammlungen können zukünftig auch ohne Pandemie-Bedingungen online stattfinden, und in den Vorstand können bis zu vier Beisitzer*innen gewählt werden. Der Mitgliedsbeitrag wurde auf 80 Euro im Jahr, ermäßigt 36 Euro, angehoben.

 

NEU: Arbeitsgruppe „Jugend in der Infostelle“

Beim Peru-Seminar im April wurde eine AG Jugend in der Infostelle ins Leben gerufen. Junge Menschen aus Peru und Deutschland treffen sich regelmäßig und tauschen sich über politische, soziale und andere Themen in Peru und in Deutschland aus. Ein erstes Treffen Ende Mai bereits stattgefunden. Die Gruppe will sich etwa monatlich treffen.

Interesse? Dann meldet Euch unter info@infostelle-peru.de

 

Neue Peru-Kampagne von Amnesty international

Am 18. Mai startete eine neue AI-Kampagne zu Peru mit dem Titel “Estado de salud fallido”, welche die Kontamination mit toxischen Metallen und eine Krise des peruanischen Gesundheitssystems zum Gegenstand hat. Hier könnt Ihr mehr zu der Kampagne erfahren sowie den ca. 50-seitigen Bericht zu der Kampagne herunterladen.

Inhaltlich geht es in der Kampagne um das peruanische Gesundheitssystem und die negativen Folgen des Bergbaus, die dieser auf die Gesundheit der Menschen (indigene Gemeinden) hat. Amnesty hat sich in der Provinz Espinar an wissenschaftlichen Untersuchungen in insgesamt elf indigenen Gemeinden beteiligt und bei einer Vielzahl der Menschen toxische Substanzen nachweisen können. Die Kampagne richtet sich an die peruanische Regierung und zielt darauf ab, auf die gravierenden Mängel im Gesundheitssystem hinzuweisen und insbesondere dafür zu sorgen, dass den betroffenen Menschen Zugang zum Gesundheitssystem gewährt wird und dass diese Folgen anerkannt und behandelt werden.

Bitte unterstützt die Kampagne und beteiligt Euch an der Petition:

https://www.amnesty.org/es/get-involved/take-action/sanemosespinar/

 

Peru mit dem linken Präsidenten und Mariáteguista Pedro Castillo verstehen…

Der designierte linke Präsident Perus versteht sich auch als “Mariátegui-Anhänger”. José Carlos Mariátegui (1894-1930) war einer der bedeutendsten linken Denker Lateinamerikas und Begründer eines originären lateinamerikanischen Marxismus. Sein Hauptwerk heißt „Sieben Versuche die peruanische Wirklichkeit zu verstehen“. Es gibt von dieser Ausgabe, übersetzt von Eleonore von Oertzen und erschienen im Exodus-Argument-Verlag haben wir noch einige Restexemplare. Nach der Lektüre dieses Werks ist es leichter einzuschätzen, was es nun für Präsident Castillo bedeutet, sich als Mariáteguist zu verstehen und als solcher zu handeln.

Erhältlich (solange der Vorrat reicht)  für eine Spende von 6,50 € (inkl. Versandkosten);

Bestellungen (mit vollständiger Versandadresse) an info@infostelle-peru.de

 

“Poemas / Gedichte”

lautet der Titel eines Bändchens, das fünf Gedichte des peruanischen Dichters Javier Heraud (Lima 1942 – Puerto Maldonado 1963) umfasst. Javier begann im Alter von 12 Jahren Gedichte zu verfassen; und dieser Tätigkeit sollte er dann die wenigen Jahre widmen, die ihm zum Leben blieben.

32 Seiten, Fünf Gedichte von Javier Heraud, Vorwort von Cecilia Heraud, Spanisch – Deutsch.

Herausgegeben in Tübingen

Preis: 10 € plus Porto

Erhätlich bei Timmi Tillmann (TimmiTillmann@gmail.com) oder Manuel Santos (m.santos-noya@t-online.de)

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