Lange Zeit war es um die Ausbeutung von Lithium und Uran in Peru ruhig. Jetzt gibt es Neuigkeiten. In den südlichen peruanischen Anden (Region Puno, Provinz Carabaya) kommen im Projekt Macusani Lithium und Uran zusammen vor.  Die peruanische Regierung, unter Präsident Vizcarra, ließ  den – inzwischen zurückgetretenen – Bergwerksminister Juan Carlos Liu erklären, dass sie nun Normen erarbeiten, um die Förderung voranzubringen. Dafür wurden die USA gebeten, die Vorgaben zu liefern, damit eine mögliche Ausbeutung höchsten internationalen Standards entspricht. Minister Liu sprach von einem Volumen von 2,5 Millionen Tonnen. Eine Zahl, die von Experten als viel zu hoch angesehen wird. Minister Liu wies  auch darauf hin, dass das Lithium in Peru, anders als in Bolivien, Argentinien und Chile, zusammen mit Uran vorkommt. Erstmals wird offiziell bestätigt, dass Uran ein radioaktives Element ist. Deshalb sollen Berater aus den USA helfen, den Abbau so sorgfältig wie möglich für Mensch und Natur zu organisieren. Gleichzeitig wurde erklärt, dass Peru außerdem mit den USA über den Ausbau der Energie aus Wind, Sonne, Geothermik und Biomasse verhandelt.

 

Unklar ist, ob es sich hier um eine Regierungsplanung handelt oder um eine Strategie, um Geldanleger  zu gewinnen.

Völlig unklar ist bisher, wie die betroffene Bevölkerung in den Anden sich dazu verhält. Dabei ist bisher die tödliche Gefahr des Uranabbaus nicht  das beherrschende Thema, sondern dass die angekündigten Arbeitsplätze sehr wenige sein werden.

Außerdem wird immer deutlicher, dass Lithium quasi von Afghanistan über Bolivien, Nevada und Portugal bis Zimbabwe vorkommt. Wirtschaftlich interessant würde es für die peruanische Wirtschaft eh nur, wenn die Verarbeitung in einer Fabrik vor Ort stattfinden würde. Sonst würde wie bisher der Rohstoff exportiert, und damit hieße es weiterhin: Reichtum geht – Armut bleibt. Inzwischen gibt es weltweit ein Überangebot von Lithium. Das verringert den Weltmarktpreis um bis zu 50%.

Außerdem ist anzumerken, dass Lithium für eine zusätzliche Antriebsart verwendet wird, und es bei der E-Mobilität nicht um Klimaschutz geht, sondern um eine weitere Wertschöpfungskette.

 

Heinz Schulze

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