„Ich freue mich nicht über den Wahlausgang, aber ich bin erleichtert“, sagte so mancher, nachdem es feststand dass Pedro Pablo Kuczynski die Präsidentschaftswahl mit 40 000 Stimmen, bzw. 0,24% Vorsprung vor Keiko Fujimori gewonnen hatte. Die Erleichterung bezog sich darauf, dass Keiko Fujimori nicht gewonnen hatte, nicht etwa über die Wahl des Gewinners, des 77-jährigen Ex-Bankers Pedro Pablo Kuczynski, PPK genannt. Der gewann hauchdünn, aber nichtsdestowenig überraschend, weil Keiko Fujimori bis wenige Tage vor der Wahl fest in Führung lag. Die Wende brachte für PPK unter anderem die Unterstützung der Linken, die Unterstützung von Cesar Acunha, der vor der ersten Wahlrunde suspendiert wurde, und vor allem die Mobilisierung all derer, die eine Präsidentin Keiko Fujimori um jeden Preis verhindern wollten. Auch um den Preis, nun einen neoliberalen Ex-Banker zum Präsidenten zu machen. Der würde zwar weiterhin überaus wirtschaftsfreundlich denken, aber nicht autoritär, korrupt oder gar diktatorisch werden auf seine alten Tage. So die Hoffnung.

Nun wird also PPK am 28. Juli 2016 sich die Präsidentenschärpe umlegen und sein neues Kabinett vorstellen. Was haben die Peruanerinnen und Peruaner von einer Präsidentschaft PPKs zu erwarten ?

Sehr wahrscheinlich wird sich nicht viel ändern  am Status quo: seit 1990 nach dem Fujishock fährt Perus Wirtschaft im Autopilot, der da heisst: strenge Haushalts- und Fiskalkontrolle, Freihandel und Förderung von Auslandsinvestitionen um fast jeden Preis. Alle Regierungen seit Fujimori – auch der 2006 unter umgekehrten Vorzeichen angetretene Ollanta Humala – haben dies befolgt. PPK und sein Team werden da keine Ausnahme machen.

PPK hat selbst nach seine Wahl gesagt, er möchte als der Präsident, der Peru modernisiert hat, in die Geschichte eingehen. Sein wirtschaftliches Paket sieht u.a. eine Minderung der Mehrwertsteuer, eine Vereinfachung des Steuersystems vor, die Einrichtung einer staatlichen Gold-Bank, die das informelle geschaffene Gold der Kleinschürfer aufkauft, sowie den Ausbau der Infrastruktur.

Spannend wird es, inwieweit die Regierung PPK der Fujimori-Fraktion – sie stellt die absolute Mehrheit im Parlament – entgegenkommt. Der  Journalist Gustavo Gorriti gab der Hoffnung Ausdruck, dass PPK nicht zu schnell mit den Fujimoristen im Parlament paktieren und statt dessen auf die Linke und andere Stimmen im Parlament hören möge.  Wobei die wirtschaftlichen Vorstellungen von Keiko Fujimori und PPK  sehr viel mehr übereinstimmen, als die zwischen PPK und dem    linken  Frente Amplio – der eine viel stärkere Regulierung der Wirtschaft fordert.

Keiko in der Selva – PPK in Lima und im Süden:

Keiko Fujimori hat in der Selva (ausser Loreto, wo PPK vom Bonus seines Vaters, der Lepraarzt in Iquitos war, profitierte), in den Zentralanden und im Norden gewonnen.

PPK hat in Lima, Areqipa, Loreto und in den südlichen Provinzen gewonnen, die sich der Wahlepfehlung von Veronika Mendoza angeschlossen haben. Erstaunlicherweis gewann PPK auch in Cajamarca, wo Gregorio Santos in der 1. Wahlrunde sehr stark war.

Die Auslandsstimmen verteilten sich ebenfalls gleichmässig: PPK gewann in Spanien, USA, Kanada, Keiko dagegen in Chile , Argentinien und Japan.

In Deutschland gingen 2206 Peruaner zur Wahl, fast 80% von ihnen stimmten für PKK (Quelle: http://elcomercio.pe/mundo/actualidad/elecciones-2016-asi-votaron-peruanos-mundo-noticia-1907998)

Hildegard Willer

 

Eine Antwort

  1. Karl Gajetzky

    ich freue mich, dass Peter Paul K gewonnene hat, zwar hauchdünn, aber eine Woche vor der Wahl war daran noch nicht zu denken. Ich kenne P P K persönlich und schätze ihn als hoch integeren Menschen ein. Seine Mitarbeiter werden z. Z ausgesucht und ich möchte sagen, nach deutschen Maßstäben bewertet. Dabei helfe ich auch mit. Bin froh, 5 weitere
    Jahre Demokratie in Peru zu haben.

    Viele Grüße aus Abancay/ Apurimac

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