Weintrauben und Früchte, die auf mittels undurchsichtiger Machenschaften erworbenem Land in Nordperu, angebaut werden, könnten auch in Deutschland verkauft werden.  Mitglieder der ultrakatholischen Sekte „Sodalicio“ sollen dabei eine unrühmliche Rolle spielen. 

 

Die ultrarechte katholische Organisation Sodalicio de Vida Cristiana ist in Peru hauptsächlich durch sexuelle Übergriffe und Kinderschändung in ihren Einrichtungen bekannt geworden. Deren Gründer und Hauptverantwortlicher Luis Figari lebt bis heute im „Kirchenasyl“ seiner Organisation in Rom. Aber die Sodalicio-Mitglieder sind weiter aktiv. U.a. werden Mitglieder von Sodalicio bezichtigt, in  Landspekulationen verwickelt zu sein, wie das Nachrichtenportal Wayka berichtete

 

Der jüngste Fall spielt in Catacaos, an der nördlichen Küste Perus, in der Region Piura .

 

Unchristlicher Landraub

 

40 Mitglieder der Bauern-Dorfgemeinschaft San Juan Baustista fuhren von Catacaos in die Hauptstadt Lima, um dort gegen die juristischen und körperlichen Angriffe durch Landspekulanten, die mit Sodalicio verbunden sind, zu protestieren. Diese Übergriffe gehen seit 2011. Weil die Kleinbauern der Dorfgemeinschaft ihr Land verteidigen, wurden bisher 40 angeklagt, 20 wurden durch Schläge und Kugeln verletzt, drei starben bisher.

Die Journalist*innen des peruanischen Nachrichtenportals Wayka haben, zusammen mit der peruanischen Nationalkoordination für Menschenrechte,  die Ursachen für diese schlimme Situation recherchiert (https://t1p.de/v7u3)

Hinter den Attacken stehen die Unternehmen „Asociación San Juan Bautista“, und DEFRUSA. Dahinter wiederum stehen Führungspersonen von Sodalicio.

Nach Aussage der Bauern von San Juan Bautista ist folgendes geschehen:

Es begann mit einer getricksten Versammlung der Vereinigung San Juan Bautista – mit Sodalicio-Verbündeten (die quasi als Dorfgemeinschaft mit Namen San Juan Baustista agierten). Der dabei gefällte Beschluss, 9.985 Hektar Land zu verkaufen, geschah unter anderem mit gefälschten Unterschriften und sogar mit Namen von verstorbenen Personen. Die Namen der einzelnen Firmen sagen uns hier nicht viel, werden aber der Transparenz wegen genannt. Zuerst wurde das Land an die Firma Pampa Loma Vega verkauft. Diese vergab 62% dieses Landes an vier Unternehmen (mit Sodalicio-Leuten), 38% des Landes wurde für nur 1.000 Soles (ca. 300 €) an die Firma San Gerardo verkauft. Diese Strohmänner verkauften das Land dann an Carlos Herrera und seine Frau. Nach einem Jahr verkauften diese das Land an die Asociacion San Juan Bautista (nochmals: nicht die Dorfgemeinschaft gleichen Namens), die die ursprüngliche Übergabe in die Wege geleitet hat. Dieses Mal für 2.029.973 Dollar. Diese sollen Zahlungen in Höhe von ca. 70.000 Soles (ca. 25.000 €) an die kriminelle Bande „Gran Cruz del Norte“ getätigt haben, die die Überfälle auf die Bauern der Dorfgemeinschaft San Juan Bautista verübten. Die Anführer dieser Bande wurden inzwischen zu Haftstrafen zwischen 15 und 25 Jahren verurteilt.

 

Zurück zum Geschäftlichen:

 

Die Sodalicio-Organisation San Juan Bautista verkaufte das Land dann für 3.110.635 Dollar an die Firma San José SAC,  und diese verkaufte es weiter an das Unternehmen Desarrollo Fruticola Sudamericana (DEFRUSA). Die JournalistInnen von Wayka ( https://t1p.de/v7u3) beurteilen dieses Vorgehen als einen klaren Versuch,  illegal in Besitz genommenes Land zu verteuern und die Besitzstrukturen zu verwischen.

 

Und, was hat das mit „uns“ in Deutschland zu tun?

 

Das Unternehmen DEFRUSA , mit Sitz im gutsituierten Viertel Miraflores in Lima, lässt u.a. Zitronen auf seiner Plantage Fundo Fatima und Weintrauben für den Export anbauen. Viele Weintrauben kommen inzwischen aus Peru in unsere Geschäfte.

Vom damaligen Landwirtschaftsministerium wurde die Firma DEFRUSA im Jahr 2018 als qualifiziert arbeitendes Unternehmen ausgezeichnet. Wenn man in einem Geschäft Zitronen oder Weintrauben von Fruticola Sudamericana (DEFRU/ DEFRUSA) sieht, kann man diese Packung einfach liegen lassen.

Auf unsere Anfrage an den Erzbischof von Piura, José Antonio Eguren Anselmi, Gründungsmitglied von Sodalicio in Peru, was er über diese Situation weiß und wie er handelt, erhielten wir von Schwester Gloria Pilaquano (Sekretariat) folgende Antwort: „Auf ihre Anfrage möchte ich mitteilen, dass weder die Erzdiözese von Piura noch der Herr Erzbischof Kenntnis von dieser Angelegenheit haben, noch in die Sache involviert sind“. (20.9.19)

 

 Heinz Schulze

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