Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie 2020 nimmt die Gewalt gegen Frauen
und Mädchen zu. UN Women spricht deshalb von einer Schatten-Pandemie.

Fest verankerte sozio-kulturelle Strukturen, die schon zuvor Gewalt
gegen Frauen und Mädchen förderten, wurden durch die Pandemie verstärkt.
Der erschwerte Zugang zu sozialen und medizinischen
Basisdienstleistungen und zur Justiz, eine größere Bedrohung durch Armut
und die allgemeine Unsicherheit im Kontext der Pandemie wirken dabei als
Katalysator.
Häusliche Gewalt nimmt zu, Frauen sind physischer, psychischer und
sexualisierter Gewalt im eigenen Haushalt ausgesetzt. Gleichzeitig
erzwingen Arbeitsplatzverlust und Ausgangsbeschränkungen mehr häusliche
und räumliche Nähe, was es vielen Frauen erschwert, aus dem
Überwachungsradius der Täter zu gelangen. Prekäre Arbeitsverhältnisse
und wachsende Frauenarmut verschärfen Abhängigkeits-verhältnisse und
fördern so Gewalt gegen Frauen – sei es im eigenen Heim, auf der Straße
oder am Arbeitsplatz.
Eingeschränkte Bewegungsfreiheit sowie dysfunktionale Institutionen
erschweren es Frauen zusätzlich, medizinische oder juristische Hilfe in
Anspruch zu nehmen. Dadurch werden existierende Mechanismen der
Straflosigkeit für Gewalt gegen Frauen verstärkt.
Die Infostelle Peru ist Mitglied des Bündnisses Internationale Advocacy
Netzwerke, das anlässlich des Internationalen Frauentages ein
Fachgespräch mit Bundestagsabgeordneten veranstaltet und dazu ein
aktuelles Hintergrundpapier über die Situation in den verschiedenen
Ländern des Netzwerkes herausgegeben hat.

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