PERUANISCHE REGIERUNG VERBIETET EINFUHR VON GENMANIPULIERTEN ORGANISMEN

 Das hat sich die Lobby- und Manipulationsmaschine von Monsanto und Co.wohl anders vorgestellt. Im November 2011 beschloss die peruanische Regierung die Einfuhr und Produktion gentechnisch manipulierter  Organismen für eine Dauer von 10 Jahren zu verbieten. Interessant ist hierbei, dass die notwendigen Kontrollorganisationen inklusive sachkundiger Vertreter von Nichtregierungsorganisationen geschaffen wurden, und Strafen bei Verstößen, inklusiv der Vernichtung genmanipulierter Produkte mitbeschlossen wurde. Mit der Federführung des gesamten Pakets wurde das Umweltministerium beauftragt. Insgesamt eine positive Maßnahme, die aber dadurch kränkelt, dass alles beim Umweltministerium liegt und nicht beim mächtigeren Landwirtschaftsminister, der direkte Eingriffsmöglichkeiten hätte.

Ein Indiz, dass es zumindest dem peruanischen Umweltminister damit ernst ist, zeigt dessen Einladung an Wissenschaftler, um über die Auswirkungen gentechnisch veränderter Produkte zu informieren. Das auch mit dem Ziel, wissenschaftlich abgesicherte Ergebnisse zu bekommen, um nach dem Moratorium auf 10 Jahre zu einer endgültigen politischen Lösung zu kommen.

Dabei können gute wissenschaftliche Berichte helfen, sich gegen die Pro-Monsanto-Spezln im Landwirtschaftsministerium durch zu setzen.

(Foro Ecologico und noticias presidenciales. gob.pe, Umweltministerium 7.1.2013, Heinz Schulze

 

INDIGENE DORFGEMEINSCHAFT TRES ISLAS WIRFT ILLEGALE GOLDSCHÜRFER RAUS

Wir berichteten, dass der Oberste Gerichtshof Perus der kleinen Dorfgemeinschaft Tres Islas im südlichen Departement und Regenwald Madre de Dios (Provinz Tambopata) Recht gegeben hat, illegalen Goldschürfern den Zutritt zu verbieten. Jedoch die zuständigen Stellen in der Region wurden nicht aktiv, die Goldschürfer blieben und verseuchten die Flüsse auch durch den Quecksilber-Einsatz. „Also haben wir sie rausgeworfen“ so Juana Payana, Ex-Dorfchefin von Tres Islas. Und, wenn es keine endgültige Lösung mit den illegalen Goldschürfern gibt, wollen die Menschen von Tres Islas ihr Problem vor die Interamerikanische Menschenrechtskommission (CIDH) bringen.

(Info Region, 12.12.12, Peru, Übersetzung Heinz Schulze)

 

ARGENTINISCHE ERDÖLFIRMA IN PERU BESTRAFT

Erdölförderung, gerade im amazonischen Regenwald, ist Umwelt zerstörend und enorm schmutzig. Die positive Nachricht: Nach der Millionenstrafe für Texako für Umweltschäden im Regenwald Ecuadors wurde jetzt auch die argentinische Erdölfirma Pluspetrol S.A. Norte zu einer Strafe von 30 Millionen Soles (ca. 10 Millionen Euro) verurteilt. Pluspetrol hat nach Aussagen der offiziellen Stelle für Umweltkontrolle in Peru (OEFA) die Auflagen nicht erfüllt, die von ihr angerichteten Schäden im Nationalpark Pacaya Samaria (Departement Loreto) wieder zu entfernen. Das war Teil einer Auflage in der der Umweltverträglichkeitsprüfung (2006), die Voraussetzung für die Konzessionserteilung war.

Natürlich wäre es besser, im amazonischen Regenwald und dann noch in Naturschutzgebieten überhaupt keine Genehmigungen für eine Erdölförderung zu erteilen. Aber es ist ein wichtiges Ausrufezeichen.

(Servindi, 16.1.2013, Heinz Schulze)

 

KAFFEE AUS PERU – SUPER

Bei einem kürzlich erfolgten internationalen Wettbewerb kamen drei peruanische Kaffeeproduzenten unter die zehn weltweit besten.

An erster Stelle war der Ndumberi-Factory Kaffee aus Kenia (87,41 Punkte), an zweiter Stelle der Tunki-Kaffee aus dem Tiefland Punos, mit 86,91 Punkten bester Kaffee Lateinamerikas,

an dritter Stelle der von El Silencia aus Kolumbien mit 86,88 Punkten, an fünfter Stelle der Cafe Quechua – Cajamarca mit 86,0 Punkten und an neunter Stelle Sol y Cafe Cooperativa (San Ignacio, Nord Cajamarca – und vom Team für Ländliche Entwicklung – EDAC – unterstützt und in der Anfangszeit promoviert).

Ein Wermutstropfen ist, dass der Wettbewerb 2012 von der US-amerikanischen Ratingorganisation Rainforest durchgeführt wurde, die zwar die Qualität, aber nicht die Kriterien des Fairen Handels prüft.

Dafür aber etwas zum Schmunzeln:

Eine Studie der Universität in Bochum hat, so sagen es die Autoren Lars Kuchine und Vanessa Lix, herausgefunden: Kaffee trinken macht nicht nur wacher, sondern verbessert den Humor und macht die Menschen optimistischer. Das wäre eigentlich keine Nachricht wert, wenn die Studie  nicht von den großen Kaffeeproduzenten Perus in die Diskussion gebracht wird,  um das Kaffee trinken in Peru zu erhöhen. Der peruanische Kaffee hat Premiumqualität, wie vorher gesehen und es wäre den Menschen in Peru nur zu wünschen, dass sie einen besseren Kaffee trinken als die lösliche Brühe Marke Nestle oder Kirma. Aber, ob die Menschen dann so „humorvoll“ und „optimistisch“ wie wir starken Kaffeetrinker in Deutschland würden, das kann doch bezweifelt werden.

(El Comercio, 8.11.12), Heinz Schulze

 

 UNO – KONVENTION WILL  QUECKSILBER REDUZIEREN

 Das UN-Umweltprogramm schlägt erneut Alarm und will, dass die Vereinen Nationen ein Verbot von Quecksilber erlassen.

Bei ihrem turnusmäßigen Treffen vom 13.-15.1.13 in Genf haben 140 Staaten sich auf eine verbindliche Reduktion des Quecksilber-Ausstosses geeinigt.  Quecksilber fällt in der Industrie- und Energieproduktion an. In Peru ist Quecksilber vor allem im illegalen Kleinbergbau im Einsatz, und vergiftet u.a. die Gewässer im Amazonasgebiet Madre de Dios. Wenn eine solche Konvention in Kraft treten – und eingehalten würde – wäre das eine Erlösung für Mensch und Natur, auch in Peru, wo jährlich ca. 120.000 Kilo Quecksilber von im illegalen Goldabbau eingesetzt werden.

(Inforegion, Peru, 13.1.2013, Heinz Schulze)

 

JUGENDLICHE INITIATIVEN AUFGREIFEN UND NICHT KASTRIEREN

 

Peru ist ein „junges Land“. Zur Erinnerung Von der aktuellen Bevölkerung von ca. 30.Mio Menschen sind ca. 8.2 Mio. zwischen 15 und 29 Jahre alt.

Jorge Agurto (Servindi) schrieb, auch mit vielen Grüßen an InfoPeru:

Im Dezember 2012 hatte ich die Möglichkeit als Moderator (facilitador) junge Menschen bei ihrem 3-tätigen Treffen in Lima zu begleiten. Angesagt war, ausgehend von ihren Sorgen, Erwartungen und Lebensvorstellungen eine Strategie für die peruanische Jugend 2012-2021 zu erarbeiten. Frühere Jugendpläne (Plan Estrátegico Nacional de Juventudes) hatten das große Manko, dass daran keine Jugendlichen beteiligt waren.

Das Treffen fand nicht spontan statt, sondern hatte als Ausgangspunkt Untersuchungen über die Situation von Jugendlichen in Peru.

Die Aussage der Politik ist immer: Bildung ist das Wichtigste, gerade für die jungen Menschen. Aber 40% der jungen Menschen zwischen 15 und 29 Jahren haben keinen Sekundarabschluss, auf dem Land (Anden und Regenwald und z.T. an der Küste) haben 34% höchstens die Grundschule besucht. Nur 2,5% der jungen Menschen auf dem Land schaffen es zur Universität (im Regenwald noch weniger), in den Städten sind es ca. 18%.

Wo sehen die beteiligten Jugendlichen ihre strategischen Schwerpunkte ?

Interkulturalität : die kulturelle Vielfalt Perus als Chance zu sehen und gegen die vorhandene Diskriminierung vorzugehen.

Zu tun wäre hier: Stärkung der 2-sprachigen Bildung, Anerkennung der kulturellen unterschiedlichen Identität in den Anden, im Regenwald, der Afroperuaner und der Kultur der Küste – und das umgesetzt u.a. durch die Erstellung entsprechender didaktischer Materialien.

  • Beteiligung der Jugendlichen an Entscheidungen, besonders der jungen Menschen auf dem Land mit Betonung der Interkulturalität,
  • Stärkung der Regionen mit ernsthafter Selbstbestimmung der indigenen Völker,
  • Beachtung des überlieferten Wissens, um zu einem „Guten Leben“ zu gelangen, aber ebenso die Beiträge früherer MigrantInnen aus China, Japan, Italien etc. zu beachten und anzuerkennen.
  • Ausrichtung der Wirtschaft an einer  „nachhaltigen Entwicklung“ mit Schutz der Ökosysteme, was auch für ausländische Projekte (Entwicklungsprojekte) gelten muss.

 

Anregungen junger Menschen aufgreifen und nicht kastrieren:

Sie betonten, dass sie längst viele Dinge machen (für die Kultur, kulturelle Identität, Umwelt, Soziales, Politik etc.). Es reiche nicht, ihnen zuzuhören, sondern ihre Vorschläge müssten verstärkt aufgenommen werden, denn so auch Jorge Agurto: die Jugend ist nicht nur die Gegenwart sondern auch die Zukunft, die aber durch unsachgemäße oder kriminelle Ausbeutung  der Ressourcen immer schlimmer aussieht.

In Rollenspielen oder Soziodramen gingen die Jugendlichen auch mit sich selbst kritisch um.  Als kritische Verhaltensweisen wurden genann: zu spät zu Verabredungen kommen, Treffen ohne Tagesordnung, Macho-Gehabe, Langzeitreden ohne wirklich etwas zu sagen…

(Jorge Agurto in Servindi 20.1. und 29.1.2013, gekürzte Übersetzung Heinz Schulze)