Die peruanische Regierung ist Spitze bei der Drogenbekämpfung…

und punktet bei der US-Administration mit einer Über-Soll-Erfüllung. Statt der geplanten 18.000 Hektar Cocapflanzen waren es 2013 über 24.000 Hektar, die die CORAH –  Truppen („Control y Reducción de Cultivos Illegales“) vernichtet haben.

Unklar bleibt dabei die grundsätzliche Frage, ob das wirklich eine angemessene Strategie zum Umgang mit diesem Problem ist; ob damit die Groß-und Kleinkriminalität, die Geldwäsche u.a. durch den Ankauf von illegal gefördertem Gold, die Leiden der Familien von Drogenabhängigen und der Korruption von Polizei, Militär und Politik, wie die vom Regionalpräsidenten von Huánuco, Luis Picón Q. eingedämmt werden kann. Und generell gilt natürlich auch hier die Frage, ob eine Verknappung des Angebots von Cocapflanzen das Problem löst?

Peru fördert massiv den Öko-Tourismus…

Es wurde verstärkt Werbung für Öko-Tourismus in der Region Madre de Dios gemacht – auf Empfehlung des zuständigen Ministeriums. Verschwiegen wurde dabei, dass immer größere Regenwaldzonen in Madre de Dios durch den illegalen,  aber dennoch mit Grossmaschinerie betriebenen Goldabbau,  in giftige Mondlandschaften verwandelt werden. Touristen in dieser Region, so Gesundheitsexperten, sollen keine Flussfische essen. Diese sind wegen der Unmengen von Quecksilber, das dabei in die Flüsse gekippt wird, zu stark mit Quecksilber belastet

Auch in der Touristenregion Iquitos am Amazonas boomt der Tourismus. Als sichtbares Zeichen für diesen Boom vertrieben am 8.12. Polizei und Schlägertrupps die Bewohner des Dorfes Yahua, am Rio Momón bei Iquitos. Diese lebten seit Jahrzehnten dort und verdienten sich ihren Lebensunterhalt mit „Tanz und Gesang“ für Touristen. Die Vertreibung erfolgte für das spanische Unternehmen von Daniel Rincon. Bisher war dieser „interkulturelle Einblick“ in die Kultur der indigenen Bevölkerung (Sepp zieh die Lederhosn an, die Touristen kommen), eine Attraktion. Jetzt ist es wohl angesagt, Luxusessen zu bekommen und in Diskotheken abzufeiern. (Fernando Gutierrez, TyL, 21.12.13)

Der Sportverein Werder Bremen ist auf dem Weg zum bekanntesten Fußballverein in Peru zu werden…

wenigstens für 30 Kinder von ehemaligen Coca-Bauern in der Region San Martin und Ucayali, die  im Dezember 2013 Werder-Trikots erhalten haben. Das Ganze ist eine Aktion vom Büro der Vereinten Nationen gegen Drogen und der staatlichen US-AID. Gut, die Kinder wurden deshalb mal nach Lima eingeladen. Das Projekt ist aber auch ein Beispiel dafür, dass die Empfänger dieser „Hilfe“ nicht gefragt wurden. Irgendwie könnte es ja sein, dass, wenn sie ein Trikot von einem deutschen Verein sich hätten wünschen können, es eventuell eins vom FC Bayern gewesen wäre?

Peru ist ein sehr sicheres Land…

Der peruanische Journalist Fernando Rospigliosi (El Comercio 10.11.13) hat hierzu Erstaunliches entdeckt. Der Maßstab für das Sicherheits-Ranking eines Landes ist die Mordrate bezogen auf 100.000 Einwohner. Im Jahr 2011 war diese in Peru bei 24,1%, jetzt sind es nur noch 9,4%. Wie geschah dieses Wunder? Rospigliosi stellt fest, dass das nicht der Erfolg des Innenministers Wilfredo Pedraza ist.  Die Zahl von 61% weniger Morden in diesem kurzen Zeitraum wurde von der Regierungsstatistik manipuliert, um innerhalb der Amerikanischen Staatengemeinschaft (OEA) besser da zu stehen.

Die peruanische Regierung hat eine Klarheit darüber erreicht, wie indigene Völker zu definieren sind…

und wie diese damit in den Genuss der „consulta previa“, der Vorab-Konsultation zur Bestimmung über sie betreffende Vorhaben kommen soll. Ein ministerieller Vorschlag war: Indigene sind die, die kein Handy benutzen.

 Die peruanischen Drogenclans sind nicht die einzigen mafiösen Strukturen…

denn dazu gehören auch die illegalen Holzfäller-Unternehmen. Der peruanische Regenwald ist weit mehr als doppelt so groß wie Deutschland. Also denken einige, was soll das Gerede von der Urwaldzerstörung. Studien zeigen auf, dass 90% der Abholzung illegal ist. Der steuerfreie Gewinn beträgt bei den Mafiaunternehmen ca. 10-15 Millionen Dollar pro Jahr. Jede zweite Sekunde wird dadurch die Fläche eines Fußballfeldes zerstört. Mathematiker können gerne ausrechnen, wann der Regenwald „deutsche Maße“ bekommt.

In Peru tätige Goldunternehmen könnten dort ihre Arbeit beenden und am Großglockner Gold abbauen…

denn dort herrschen die gleichen Mengen an Gold pro Tonne Gestein und dieselben Produktionsbedingungen wie in Peru. Aber vielleicht ist es doch nicht so reizvoll, weil hier die Umweltauflagen  zu hoch sind?

Klarstellung: Das Bergwerksunternehmen Tia Maria (Sothern) schafft sehr wohl Arbeitsplätze…

Selbst wenn bergwerkskritische Stimmen, wie auch das InfoPeru,  immer das Gegenteil behaupten –  hier kommt der gegenteilige Beweis! Im Dezember 2013 bekam eine spezielle Berufsgruppe dadurch Arbeit. An der Plaza Espana, zwischen dem Justizgebäude und der Kirche Santa Marta in Arequipa, stehen die Tagelöhner für spezielle Arbeiten, z.B. wenn mal schnell ein Haus, ohne Rücksicht auf Verluste, geräumt werden muss. Diese Schlägertrupps, „matones“ genannt, wurden in hoher Zahl angestellt, um den Saal in der Mine Tia Maria zu füllen. Das war deshalb angesagt, um zu zeigen, dass die am 19.12.13 angesetzte Anhörung über die Unbedenklichkeit der Produktion (Estudios de Impacto Ambiental – EIA) seitens der Bewohner akzeptiert wurde. So gab es keine Einwände und darüber hat sich Vidalon del Pino gefreut. Der ist Öffentlichkeitsbeauftragter von Southern Peru Copper Corporation,  und gleichzeitig Vizepräsident in der peruanischen Vereinigung für Bergwerk, Erdöl und Energie.

José de Echave (früheres Regierungsmitglied) informierte noch, dass die ganze Farce von ca.2.000 Polizisten geschützt wurde. Jorge Merino, der Minister für Bergbau und Energie zeigte sich – für Southern – in Weihnachtslaune, indem er am 21.12.13 erklärte, dass die Mine Tia Maria, wie man gesehen hat, jetzt alle Vorbedingungen zum Betrieb erfüllt hat. Der Pfarrer des betroffenen Dorfes Cocachacra, José Caselli, protestierte und betonte, dass in dieser Anhörung keine Ortsansässigen zugelassen waren. Er wurde brutal zusammen geschlagen. Da meinten wohl einige der „Matones“, für das erhaltene Geld noch eine Extraleistung leisten zu müssen.

(Jornal de Arequipa, 23.12.13).

Indigene Dorfgemeinschaften beschließen: wir lassen keine Bergwerks- und Wasserkraftwerke bei uns rein…

Sie bezogen sich auf die ILO-Konvention 169 und ihre Rechte. Die Namen der indigenen Dörfer sind. Tapuchula, Motouzinthia, Huechetán; Mazapa, Comalapu und andere. Ja, und damit wird deutlich, dass dieses wichtige Ereignis nicht in Peru sondern in Mexiko, in der bekannten Region Chiapas stattfand. (Desinformémonos.org, 12/2013).

Heinz Schulze

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