Klar, das ist so nicht vergleichbar. Machupicchu ist älter und majestätischer und überhaupt… Aber es ist doch vergleichbar: Beide sind Touristenmagneten.

Der Abendzug aus Füssen (bei Neuschwanstein) kommend, entlässt im Münchener Hauptbahnhof aberhunderte von BesucherInnen; ähnlich geht es im Bahnhof von Cusco zu, wenn der – inzwischen sich im Besitz eines chilenischen Konsortiums befindliche Zug  – von Machupicchu zurück kommt.

Bei beiden Sehenswürdigkeiten ist die tägliche Besucherzahl begrenzt. In Neuschwanstein wird dies eingehalten…

Jetzt hat die Oberste Finanzbehörde Perus erneut, nach intensiven Kontrollen, diesmal aber dramatisch, wegen der problematischen Situation Machupicchus Alarm geschlagen.

Besonders gravierend ist, dass die tägliche Höchstzahl von 2.500 Besucherinnen nicht eingehalten wird , sondern oft um 30% überschritten wird, z.T. ohne echten Ticketverkauf.

Beim Besichtigungsstau trampeln, auf der Suche nach den schönsten Fotomotiven die Besucherinnen überall herum und zerstören immer mehr die Pflanzen.

Durch einen Kran für Werbeaufnahmen einer großen peruanischen Bierbrauerei wurde im Jahr 2000 die sog. Sonnenuhr in Mitleidenschaft gezogen.

Das Dorf Machupicchu, unterhalb der Inkafestung, hat Grundstücke zum Bau von Häusern vergeben, die z.T. im archäologischen Komplex Torontoy liegen.

Täglich fallen entlang der Bahnstrecke nach Machupicchu ca. 7.5 Tonnen Müll an, ebenso bleibt immer noch zu viel Müll auf dem Incapfad nach Machupicchu liegen. Dieser wird dann auf die Müllhalde von Jahuaccollay – beim Dorf Maras (Provinz Urubamba) –  gefahren, wo es keine angemessene Weiterbehandlung gibt.

Die in der Nähe von Machupicchu liegenden Dörfer lassen ihre Abwässer ungesäubert in den Fluss Vilcanota ab.

Diese von insgesamt 93 genannten Problemen können dazu führen, dass die UNESCO Machupicchu den seit 1983 innehabenden Status als Weltkultur-und Naturerbe aberkennt, wenn die Zerstörung so wie bisher weitergeht.

(Heinz Schulze, mit Quellen aus Servindi u.a., 9.1.2013, )