Die Bergwerksgesellschaft „Yanacocha“ baut weiter an den Wasserreservoirs, obwohl das umstrittene Bergbauvorhaben fürs erst eingestellt worden ist. Die Gegner des Conga-Projektes befürchten, dass Yanacocha sich damit eine Hintertür für die Durchführung des Projektes offen halten will.

Die peruanische Polizei schüchtert weiterhin massiv Kritiker ein, u.a. die MitarbeiterInnen der bergwerkskritischen Organisation „Grufides“.

Der „radikalste“ Conga-Kritiker,  Rechtsanwalt Saavedra – ehemals MRTA-Guerilla – trennt sich vom Regionalpräsidenten Gregorio Santos. Sein Argument: die Regionalregierung von Cajamarca unter dem Präsidenten Santos würde nicht wirklich den Kampf gegen die Mine führen, das sei nur noch ein rhetorischer Kampf, aber kein wirklicher Kampf mit „harten Mitteln“.

Nicht alle Gegner Congas scheinen mit sauberen Mitteln zu spielen:

Der Provinzbürgermeister Hernan Vasques Saavedra aus der alten Bergwerksstadt Hualgayoc scheint ein doppeltes Spiel zu spielen: Er ist bekannt als aktiver Gegner des Ausbaus der Goldmine Yanacocha zum neuen Mega-Projekt Conga. Jetzt wurde bekannt, dass er zwar gegen Conga war, jedoch eine andere Bergwerksgesellschaft, die Gold Fields Mine, aktiv unterstützt habe. An diese verkaufte er sein Land in der Provinz Hualgayoc und er vermietete seine Maschinen an dieses Unternehmen für das Schürfgebiet Tantahuatay. . Im Februar 2013 demonstrierten viele Menschen gegen ihn und seine Freunde.

Der Provinzbürgermeister Vasques Saavedra versprach mit dem Geld u.a.  ein neues modernes Marktgebäude und das Krankenhaus in Bambamarca zu errichten. Dabei weiss man, dass das Marktgebäude aus Mitteln der Bergbaugesellschaft und das Krankenhaus aus Mitteln der Region gebaut wird.   Bürgermeister Vasques Saavedra stellt sich trotz dieser Widersprüche der  Wiederwahl und hofft dabei auf die Unterstützung durch den Regionalpräsidenten Gregorio Santos.

Der spanische Jurist Bartolomé Clavero aus Sevilla wurde im März 2013 vom peruanischen Dachverband der „Rondas Campesinas“ (Bauernwehren), der Regionalregierung von Cajamarca und dem“ Institut Recht und Gesellschaft“ (IIDS) eingeladen, um Fakten im Zusammenhang mit Conga zu sammeln, für eine eventuelle Klage bei der Interamerikanischen Menschenrechts-Kommission (CIDM). Für Clavero haben die Rondas Campesinas in Cajamarca ihre eigene Identität und Repräsentativität um, im Sinne der ILO Konvention 169, als Indigene zu gelten. Damit würde das Gesetz der Vorabkonsultation, der „consulta previa“ für sie zutreffen.(Quelle: Servindi 20.3.13).

Clavero mag recht haben bezüglich der quechuasprachigen Bevölkerung in der Region Cajamarca (Porcón und Chetilla) ,  wenn er sagt, dass die Rondas Campesinas juristisch  als „Indigenas“ zu behandeln seien. Schwieriger wird es, wenn es bei der Bevölkerung z.B. in Celendin oder Chota. Hinzu kommt, dass ein Großteil der Bevölkerung in Porcón vor vielen Jahren evangelisch geworden ist und ihr Land an die Mine Yanacocha verkauft hat.

Umstritten ist auch die Rolle der „Rondas Campesinas“ im Drogenhandel. Generell wird ihnen bescheinigt, dass sie in ihren Regionen den Viehdiebstahl gut bekämpft haben – dazu wurden die Bauernwehren „Rondas Campesinas“ ursprünglich eingerichtet – und in ihren Gemeinden für Sicherheit gesorgt haben. Aber diejenigen Bauernwehren, die auf der Drogen – Transportroute liegen – in 7 Provinzen von Cajamarca wird inzwischen erheblich Heroin und Marihuana angebaut – sollen, so der Vorwurf ihrer Gegner, mit den Drogenhändlern gemeinsame Sache gemacht haben und sie vor Polizeieinsätzen gewarnt haben.

Die Situation in Cajamarca ist weiterhin sehr kompliziert.

(Heinz Schulze)