Zwar haben die Regenfälle in Nordperu nachgelassen, aber die Menschen fürchten eine altbekannte Krankheit.114 Menschen sind bei den starken Überschwemmungen und Gerölllawinen ums Leben gekommen, die Peru seit Februar heimsuchten. Knapp 186 000 Menschen haben ihre Häuser verloren, 1 Million 800 000 musste Schäden an ihren Häusern in Kauf nehmen.

Besonder stark traf dieser „Küstenninho“ – also ein auf die peruanische Küste lokal begrenzter Ninho – die nordperuanischen Departamente Libertad, Lambayeque und Piura. Gerade in Piura ist die Situation immer noch katastrophal, auch wenn der Regen selber nachgelassen hat.

„Es hat bereit 22 Todefälle durch das Dengue-Fieber gegeben“, berichtete Nelson Penhaherrera von der ONG Factortierra in Sullana, Piura.  Mindestens 18 000 Dengue-Fälle wurden registriert. Das Dengue-Fieber wird durch eine Mücke übertragen, die sich in stehenden Gewässern aufhält, also Pfützen, Teichen, offenen Wasserbehältern. Da das Trinkwassersystem teilweise immer noch nicht funktioniert, sammeln die Menschen Wasser in Regentonnen, ein idealer Brutplatz für die Dengue-Mücken.  Es gibt keine funktionierende Impfung gegen Dengue, die einzige Möglichkeit ist es, die Mücke auszurotten. „Die Menschen haben grosse Angst vor dem Dengue-Fieber“, sagt Nelson Penhaherrera.

Am 25. April hat das peruanische Parlament das Gesetz zum Wiederaufbau verabschiedet. Dieses sieht einen Gesamtplan zum Wiederaufbau vor, sowie eine Wiederaufbaubehörde, die direkt dem Premier unterstellt ist. Der Wiederaufbau wird mehrere Jahre in Anspruch nehmen.

Die ansonsten eher als schwach angesehene Regierung Kuczynski hat durch ihr energisches Handeln während der Naturkatastrophe ihre Zustimmungsrate heben können. Die meisten Minister waren  bzw. sind tagelang in den betroffenen Gebieten vor Ort. „Wen man dagegen kaum wahrgenommen hat, sind die lokalen Bürgermeister“, meint Nelson Penhaherrera aus Sullana.

 

Hildegard Willer

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