Durch den Verkauf fairen Kaffees in München konnten zahreiche Projekte der Asháninka in Peru unterstützt werden

Im Jahr 2000 wurden auf einigen Münchner Weihnachtsmärkten die ersten Päckchen München
Kaffee verkauft. Die Aktion wurde in Zusammenarbeit mit dem Nord Süd Forum München e.V. und
Fairkauf Handelskontor eG. angestoßen. München Kaffee ist erlesener Hochlandkaffee aus fairem
Handel und biologischem Anbau von Kleinbauern aus Lateinamerika, bei dem pro Päckchen
zusätzlich 5 Cent an das Klimabündnis München-Amazonas gehen. Damals konnte man noch nicht
ahnen, dass dieser Verkauf eine so dauerhafte Erfolgsgeschichte werde würde. Jetzt, nach genau 15
Jahren wurden 50 Tonnen München Kaffee verkauft und dadurch konnten 10.000 € an
Spendengeldern dem Volk der Asháninka zum Schutz des peruanischen Amazonas Regenwaldes zur
Verfügung gestellt werden.
Mit diesen Geldern konnte vieles verwirklicht werden:
– Die indigenen Dorfgemeinschaften konnten Wiederaufforstungsprojekte an den Stellen
durchführen, an denen der Regenwald durch Neusiedler zerstört wurde. Es ging um nachhaltigen
Anbau von Kakao (naturbelassen, aber nicht Bio-zertifiziert, weil das zu teuer ist), um den Anbau von
Bananen, Fruchtbäumen sowie Palmen, deren Palmwedel zum Decken der Dächer sehr gut geeignet
sind.
– Es wurden Frauengruppen fortgebildet, die für das Familieneinkommen Schmuck aus Materialien
des Regenwaldes herstellen. In diesen Kursen mit einheimischen „Schmuckmeisterinnen“
verbesserten sie die Qualität ihrer Produkte enorm. So werden sie heute z.B. in größere Städte, wie
dem sog. „Weihnachtsmarkt“ in Perus Hauptstadt Lima eingeladen, um ihre Produkte zu verkaufen.
Das Geld ermöglicht ihnen, dass die Kinder in die Schule gehen können und die Ernährungssituation
wurde verbessert.
– Ein sehr wichtiger Bereich war die Unterstützung von Asháninka-Dörfern, die in ihrem Territorium
keinen Privatbesetz haben. Die Parzellen werden hier den Familien nach Bedarf von den
Dorfvorstehern „zugeteilt“. Die indigenen Territorien können aber nur geschützt werden, wenn ihr
Dorf offiziell als juristischer Träger anerkannt wird und ihr Land ganz offiziell (mit
satellitengestützten Messformen) im Katasteramt eingetragen wird. Das ist mit sehr viel Aufwand
verbunden, aber die einzige Möglichkeit, dass Personen oder Firmen nicht von außen kommen und
die Menschen vertreiben, da ihr Land nicht offiziell anerkannt ist. Mit den Spenden wurden so über
28.000 Hektar intakter Regenwald geschützt.
– Ein weiterer Teil der Spenden wurde für Geburtsurkunden für Kinder und die Ausstellung von
Personalausweisen für Erwachsene eingesetzt. Viele indigene Kinder hatten bisher keine
Geburtsurkunden. Die Eltern haben nicht das Geld dafür in die Provinzhauptstadt zu fahren. Ohne
Geburtsurkunde können die Kinder nicht in die Schule, die Eltern können für ihre Kinder keine
Unterstützung beantragen und die Erwachsenen können nicht wählen ohne einen Personalausweis.
– Und zuletzt ging es auch um einen Zuschuss bei der Erstellung des ersten Wörterbuches Spanisch-
Asháninka, als Beitrag zur Stärkung der Kultur des indigenen Volkes und zum Erhalt der Sprache.
Wir möchten uns auch im Namen des Volkes der Asháninka, ganz herzlich bei allen Unterstützern
und Verkaufsstellen für ihr Engagement bedanken.
(Pressemeldung von Fairkauf Handelskontor eG und Nord Süd Forum München e.V.)

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.