Nicht nur Gold und Kupfer exportiert Peru. Auch bei Avocados und Kaffee mischt Peru an der Spitze mit, wie man in den Regalen deutscher Supermärkte unschwer feststellen kann.

Avocado-Weltkongress in Lima

September 2015 findet in Lima der „Hass“-Weltkongress statt. Dazu versammeln sich nicht etwa Psychologen, sondern Gemüsezüchter. Denn es geht um die Avocado-Sorte „Hass“, die in Peru inzwischen im grossen Stil angebaut und exportiert wird.

Peru ist aktuell weltweit zweitgrößter Exporteur von Avocados, Typ Hass, mit 165.000 Kubiktonnen jährlich. Davon gehen 56 % in die USA und 40% nach Europa.
Weil die Zuwachsraten heute nicht mehr so steigen wie in den vergangenen Jahren, wird es auf dem Weltkongress vor allem darum gehen, die gesundheitsfördernden Eigenschaften der Avocado fürs Marketing herauszustellen.
Einige Informationen zu diesem Produkt:
Der für deutsche Leser unschmeichelhafte Name stammt von einem Herrn mit Namen Hass aus Kalifornien, in dessen Garten sich diese wilde Kreuzung entwickelt und „versteckt“ hatte. Alle Hass-Sorten stammen davon ab. Ursprünglich stammen die Avocadobäume aus Südmexiko und werden dort seit ca. 10.000 Jahren genutzt. Der Begriff Avocado geht auf das Wort der Nahuatl (Mexiko) ahuacatl (Hoden) zurück. Der in Peru gebräuchliche Name „palta“ stammt aus der Quechua-Sprache. Die jetzt weit verbreitete Sorte Hass ist eine von ca. 400 Sorten weltweit.

 

 

Kein peruanischer Kaffee für Brasilien
Der peruanische Verband der Kaffeeproduzenten verkündete Anfang Mai 2015, dass sie peruanischen Kaffee nach Brasilien exportieren würden. Dies hatte die brasilianische Regierung am 30.04.2015 so akezeptiert.
Das gefiel dem Verband der brasilianischen Kaffeeproduzenten und politisch Verantwortlichen der „Kaffee-Bundesstaaten“ überhaupt nicht. Senator Ricardo Ferraco aus dem Kaffeeanbaugebiet Espirito Santo ereiferte sich:  Es sei eine Sache des Nationalstolzes, dass Brasilien keinen Kaffee importiere. Das sei so, als würde Norwegen Meeresfische importieren . Am 24.5.15 wurde der Kaffee aus Peru wieder aus der Liste der nach Brasilien einführbaren Produkte gestrichen.

So sieht die lateinamerikanische wirtschaftliche Integration in der Praxis aus.

PS:   Genossenschaftskaffee aus dem südlichen Peru (Quillabamba) wird  via Rainforest Alliance aus den USA als fair gehandelter „Kaffee Expresso Peru Cusco“  in Starbucks-Läden in Europa verkauft. Ob das für die Kaffeebauern eine gute Alternative zum gescheiterten Export nach Brasilien ist ?
Heinz Schulze

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