Auch in Peru gab es am 20. September in verschiedenen Städten Demonstrationen zum weltweiten Klimastreik.

In Lima folgten etwa 1.000 Menschen dem Aufruf von Fridays for Future Perú (FFFP) zur Demonstration. In einem bunten und bewegten Zug forderten die Demonstrierenden auf Transparenten und mit Liedern u.a. den Stopp der Entwaldung, ein Ende der fossilen Energien sowie den Schutz des Amazonas und seiner Bewohner*innen. Den Aufruf hatten zahlreiche zivilgesellschaftliche Organisationen unterstützt.

Außer in Lima gab es u.a. in Cusco, Arequipa, Puerto Maldonado, Loreto und  Ica Demonstrationen, an denen auch kirchliche Gruppen und Partnerschaftsgemeinden teilnahmen, wie Jürgen Huber von der Partnerschaftsarbeit der Erzdiözese Freiburg berichtet.

 

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FFFP,  die Klimaschutzbewegung Mocicc und weitere Unterstützerorganisationen  forderten im Zuge des Klimastreiks die peruanische Regierung auf, den Klimanotstand auszurufen. In ihrer „Erklärung des Klimanotstands“ nennen sie 13 notwendige Maßnahmen zum Klimaschutz in Peru. Bis 2030 soll Peru 50% seiner Treibhausgase einsparen. Bisher hat sich die Regierung zu einer Einsparung von 30% verpflichtet. Gesetze, die im Widerspruch zu diesem Ziel stehen, müssten umgehend geändert werden. U.a. sollen integrierte abgasarme Transportsysteme eingeführt und die Energieversorgung auf nachhaltige Energiequellen umgestellt werden. Die Aktivist*innen fordern außerdem eine breite Beteiligung der Zivilgesellschaft bei der Ausarbeitung der Klimaschutzmaßnahmen.

In der Erklärung wird daran erinnert, dass Peru sieben der neun Kriterien für besonders vom Klimawandel betroffene Länder erfüllt. Jährlich würden 150.000 Hektar peruanischer Regenwald zerstört. Mehr als 40% der Emissionen Perus werden durch die Abholzung der Wälder und die veränderte Bodennutzung verursacht.  Ein Schlüssel zum Klimaschutz sei deshalb die Umkehr zu einer extensiven Land- und Viehwirtschaft und die Anerkennung der Rechte der indigenen Bevölkerung, die mit ihrer Lebens- und Wirtschaftsweise den Regenwald am besten schützt. Zuletzt fordern die unterzeichnenden Organisationen auch wirksame Maßnahmen zum Schutz der am meisten betroffenen Bevölkerungsgruppen vor den Folgen des Klimawandels.

 

 

Enttäuscht zeigten sich die Klimaaktivist*innen von Premierminister Salvador del Solar. Sie hatten gehofft, dass dieser auf dem Klimagipfel in New York vermehrte Anstrengungen des peruanischen Staates zum Klimaschutz ankündigen würde. Dies sei er jedoch nicht geschehen.

1.000 Demonstrierende in einer Millionenstadt wie Lima sind im Vergleich mit den 1,4 Mio. Menschen, die in Deutschland auf die Straße gegangen sind, natürlich eine sehr bescheidene Zahl. Andererseits: Sind nicht zuallererst wir in Europa und in den großen Industriestaaten aufgerufen, für den Klimaschutz auf die Straße zu gehen, sind wir doch die Hauptverursacher*innen des Klimawandels?

Annette Brox

Fotos: Mocicc

Quellen:

https://redaccion.lamula.pe/2019/09/17/fridays-for-future-convocan-marcha-por-el-cambio-climatico-el-viernes-20/redaccionmulera/

https://www.mocicc.org/noticias/jovenes-demandan-acciones-para-frenar-la-crisis-climatica-y-el-premier-no-responde/

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