Das bergbaukritische Kollektiv „Red Muqui“ stellte  das Buch „Agua, Minería y Cambio Climático“ im Rahmen des Alternativveranstaltung Cumbre de los Pueblos vor.
Der Muqui ist ein Kobold aus der andinen Mythologie, eine Art Hüter der Bergwelt, der sehr wütend werden kann, wenn man ungefragt in seinen Bergen herumstöbert. Er ist auch Namensgeber für das bergbaukritische Kollektiv Red Muqui, das sich seit bald 12 Jahren für den Schutz der Umwelt und die Rechte der Bevölkerung einsetzt, die in von Bergbau betroffenen Gebieten lebt.
Am Donnerstag, 11. Dezember, stellten Javier Jahncke, Direktor des Red Muqui, Lupo Canterac vom Netzwerk “Red Agua, Desarrollo y Democracia de Piura” (REDAD) und Mary Chavez von der Comisión Episcopal de Acción Social (CEAS) im Rahmen des Cumbre de los Pueblos ihre Studie „Agua, Minería y Cambio Climático“ vor. An der Studie haben neben REDAD und CEAS auch die Organisationen Centro Labor de Pasco, Derechos Humanos Sin Fronteras (DHSF) und Derechos Humanos y Medio Ambiente de Puno (DHUMA) mitgewirkt – allesamt Mitglieder des Netzwerks.
„Die Verbindung zwischen Bergbau und der Verschmutzung der Umwelt ist kein neues Thema“, so Javier Jahncke vom Red Muqui, das aus insgesamt 28 peruanischen Organisationen in 11 Regionen des Landes besteht. „Aber wie sieht es mit den Auswirkungen des Bergbaus auf das Wasser aus und auf den Klimawandel?“
Anhand von fünf konkreten Fällen in den Regionen Piura, Pasco, Ancash, Cusco und Puno analysiert das knapp 70-seitige Werk, wie der Bergbau die Menge und den Zugang zu sauberem Wasser drastisch reduziert. In der Stadt Cerro de Pasco zum Beispiel werden für die Detonationen im Gestein Sprengstoffe benutzt, die aus einer Mischung aus Ammoniumnitrat und Erdöl bestehen. Das Verbrennen dieser Sprengstoffe lässt den Anteil von Nitratgasen in der Luft ansteigen, die die Entstehung von saurem Regen begünstigt. Dieser wiederum wirkt sich schädlich auf den Boden, die Pflanzen und die Gewässer aus. Auch Gegenden, die als Naturschutzgebiete gelten wie der Lago Junín, sind davon betroffen. Die Verschmutzung von Wasser führt zu irreparablen Schäden in der Pflanzen- und Tierwelt.
“Der Bergbau trägt zum Klimawandel nicht nur durch die exzessive Ausbeutung des Bodens und den Ausstoß von Treibhausgasen bei, die durch den offenen Tagebau, den immensen Energieverbrauch oder die Metallverarbeitung in Schmelzhütten entstehen“, mahnen die Autoren der Studie an. Die Auswirkungen des Bergbaus auf die Menge und die Qualität unseres Wassers, über- und unterirdisch, seien ebenso fatal. Hinzu kommen die bereits spürbaren Effekte des Klimawandels, wie lang anhaltende Trockenperioden und versiegende Quellen. „Letzten Endes dreht sich alles um das Wasser, unser kostbarstes Gut“.
Das Red Muqui stellt in seinem Buch einige Schlussfolgerungen zusammen, darunter die Erstellung einer landesweiten Übersicht von Wasserressourcen oder die Erarbeitung eines Gesetzesentwurfs für Umweltmonitoring durch die Zivilbevölkerung. Die Verringerung der Emission von Treibhausgasen durch den metallverarbeitenden Bergbau, der dauerhafte Schutz von Gletscher-, Steppen- und Waldregionen, Wäldern und Wasserschutzgebieten und die Erstellung und den Zugang zu Informationen für die breite Öffentlichkeit sind weitere Vorschläge des Netzwerks. „Es gibt noch viel zu tun“, zieht Jahncke Bilanz, „aber dies sind erste Schritte“. Das Thema Wasser wird die Bevölkerung auch nach dem Weltklimagipfel weiter begleiten.

Text: Eva Tempelmann

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.