Seit einigen Tagen gibt es in den peruanischen Medien nur noch ein Thema: die COP20, die Weltklimakonferenz, wird in Lima tagen.
Aber was denken junge Peruaner in den armen Aussenbezirken Limas über den Klimawandel ?
KLima-Reporteros, ein von Jugendlichen konzipierter deutsch-peruanischer Nachrichtendienst, hat drei Jugendliche aus Villa el Salvador und Lurín im Süden Limas gefragt, was sie über die COP20 wissen, was sie sich von ihr erwarten und was sie selber gegen den Klimawandel tun.

 

P1000520Ich heiße Gionas Obispo, bin 29 Jahre alt und komme aus Lurín, ganz im Süden Limas. Ich arbeite als Videojournalist bei Radio StereoVilla, einem Gemeinschaftsradio, in Villa el Salvador.
Ich weiss, dass die COP 20 eine jährliche Konferenz ist , die von der UNO organisiert wird. Ihre Mitglieder versammeln sich, um die Auswirkungen des Klimawandels durch Maßnahmen zu stoppen. Jedes Land verpflichtet sich dazu, diese Maßnahmen anzuwenden, um die Auswirkungen des Klimawandels auf seinem Gebiet zu verringern.
Um von Lurín zu meiner Arbeit nach Villa El Salvador , benutze ich öffentliche Transportmittel; alte Busse, die die Umwelt in großen Maßen verschmutzen. Es fehlt einfach an Instandhaltung und das beeinflusst die Umwelt hier in Lima Sur sehr.
Aber das ist nicht das einzige Problem hier im Süden: das Tal von Lurin, der letzte grüne Flecken der Stadt Lima, wird von der Verstädterung und der Industrie immer weiter zurückgedrängt. Aber um den Klimawandel zu bekämpfen, braucht man doch die Täler und Wälder. Es ist wichtig, diese zu bewahren, aber nicht nur das, wir sollten neue anpflanzen, damit es mehr grüne Flächen gibt. Aber leider passiert genau das Gegenteil; das ist sehr traurig, weil es der Bevölkerung, die wir hier leben, schadet. Denn wir haben ein Recht darauf, saubere Luft zu atmen, aber dieses Recht scheint niemanden zu interessieren.
Als Journalist von Radio StereoVilla, habe ich die Aufgabe, über den Klimawandel zu informieren und auch die Bevölkerung gebenüber diesem Thema zu sensibilisieren.
Persönlich ist es für mich wichtig, den Wald zu bewahren und die Umwelt durch die richtige Entsorgung von Müll und das Halten von Pflanzen zu Hause nicht weiter zu beschädigen. Wir können vielleicht keinen Wald neu schaffen, aber wir können wenigstens in unserem Haushalt eine kleine Fläche begrünen. Wenn alle das machen würden, hätten wir auch mehr saubere Luft zum atmen.
Mein Name ist Solmaria Mercado Ortiz und ich bin 17 Jahre alt. Ich lebe in Villa el Salvador, will Tänzerin werden und lerne intensiv Englisch.
Um ehrlich zu sein, habe ich vorher noch nie von der COP20 gehört. Ich hätte mir darunter eher eine Spendenaktion oder ein Festival vorgestellt.jjj
In Peru spüren wir den Klimawandel: Im Sommer ist es jetzt zum Beispiel heißer. Das hat zur Folge, dass es mehr Krankheiten wegen der Sonne, wie zum Beispiel Krebs, gibt. In dieser Hinsicht müssen wir vorsichtiger sein und uns schützen.
Ich glaube, dass die Umweltverschmutzung ein wichtiger Faktor dieser Klimaveränderung ist. In diesem Bereich könnten wir alle zusammenarbeiten und dafür sorgen, dass der Müll richtig entsorgt wird. Die Leute hier werfen ihren Müll einfach irgendwohin. Es müssten mehr Abfalleimer und geeignete Plätze für die Müllentsorgung geschaffen werden.

 

Ich heiße Bruno Arce Castillo, bin 21 Jahre alt und lebe in Villa el Salvador. Im Moment studiere ich Psychologie und bin Lehrer für Naturwissenschaften. Meine Zeit geht fast vollständig für Arbeit und Studium drauf.kkk Zeit für andere Dinge habe ich nicht wirklich.
Die COP20 ist gerade ein wichtiges Thema in den Medien. Es handelt sich um ein Abkommen über den Klimawandel der UN. Dieses Jahr ist Lima an der Reihe, als Gastgeber . Mich persönlich erfüllt das mit Stolz, weil es zeigt, dass uns die UN in dieses wichtige Projekt einbindet.
Was den Klimawandel angeht, beeinträchtigt mich persönlich die Luft, wenn ich ins Stadtzentrum fahre. Sie ist total verschmutzt wegen der alten Autos und Busse.
Ein anderer Punkt ist der Müll, der überhaupt nicht gesund ist für die Bevölkerung. Nicht alle Gemeinden haben eine Müllabfuhr.
Man könnte vieles tun, um das zu ändern. Angefangen bei der Umwelterziehung in den Schulen.
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Ich werde sicher einige Dinge ändern, wie zum Beispiel meinen gebrauchten Fahrschein immer in den Mülleimer schmeißen. Das scheint nur eine Kleinigkeit zu sein, aber wenn wir jedes auf den Boden geschmissene Bonbonpapier oder jeden gebrauchten Fahrschein einsammeln würden, dann wären das Tonnen von Müll.
Ich erwarte von der COP20 vor allem, dass sie Lösungen bringt. Wir sind erst am Anfang, es ist ja nicht so, dass die Dinge schon außer Kontrolle geraten sind. Im Gegensatz, wir sind noch gut in der Zeit, um dieses Desaster zu stoppen. Leider zerstört der Mensch selbst das Ökoosystem, alles hängt von uns ab.

Die Interviews hat KLima-Reporterin Alexandra Dias geführt

Eine Antwort

  1. Gisela Matt-Bruno

    Danke für die Berichte. Ich habe selbst ein halbes Jahr in Canto Grande, San Juan de Lurigancho gelebt und kann mir alles gut vorstellen, wovon ihr sprecht.

    Antworten

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