Der Streit um die Erdölförderung im Nationalpark „Yasuni“ in Ecuador  wirft lange Schatten bis nach Lima. Nicht nur deutsche Parlamentarier, auch lateinamerikanische Klima-Aktivisten sind in Ecuador unwillkommen.  Teilnehmer der “ Klima-Karawane“  erreichten gestern Lima und erzählen von ihren schwierigen Erfahrungen im Nachbarland.
Sie nennen sich die „ Klima-Karawane“ und durchquerten in einem ökologisch umgebauten Bus México, Guatemala, El Salvador, Honduras, Panamá, Venezuela, Kolumbien und Ecuador, um sich an der Klimakonferenz in Lima Gehör zu verschaffen. In Guayaquil in Ecuador  hat der Zoll  ihr rollendes Heim  in Beschlag genommen. Sie würden damit illegalen Aktivitäten nachgehen, lautete die Anklage.

Feindseligkeiten in Ecuador
Die Karawane verließ Mexiko am 2. März diesen Jahres, um umweltpolitische Vergehen in verschiedenen Regionen Südamerikas aufzudecken, und diese in Fotos und Videos festzuhalten. Sie stellen ihre Arbeiten in den verschiedenen Ländern vor und bilden Allianzen mit lokalen Gruppierungen, die jeweils ihre Probleme mit dem Klimawandel veranschaulichen.

Sie erhielten durchgängig Unterstützung. In Panama wurde der farbige Bus mit Hilfe aller Beteiligten und unter viel Beifall auf ein Schiff geladen, um den Ozean zu überqueren. In Kolumbien trafen sie sich mit Umweltgruppen, die gegen  die Erdölförderung in ihrer Region kämpften.
„ An jedem Ort, den wir besuchten nahmen wir Kontakt zur Bevölkerung und örtlichen Kollektiven auf. Dabei stehen wir auf keiner politischen Seite, sei die Regierung rechts oder links, uns interessieren die Leute und ihre Probleme“, berichtet Lucía Ramírez, eine junge Mexikanerin, die von Anfang an Teil der Karawane ist. Die Aktivstin ist sichtlich entäuscht über die Vorfälle in Ecuador.  Zuerst wurde ihr Bus in Guayaquil konfisziert und erst nach einigen Tagen freigegeben; während der ganzen Fahrt durch Ecuador  hat die Polizei sie mehrfach angehalten und die Mitglieder der Karawane durchsucht und ihre Daten aufgenommen.
Protest gegen Yasuni-Erdölförderung
In Ecuador fand die Klima-Karawane neue Verbündete. Die „ Yasunidos“ , ein Kollektiv, dass sich gegen die Erdölförderung im Yasuní Nationalpark einsetzt, schloss sich der Karawane an.
Die „Yasunidos“ bildete sich, nachdem die Yasuni-ITT Initiative gescheitert war und Präsident Rafael Correa das Naturschutzgebiet zur Erdölförderung freigegeben hatte.

Gabriela Ruales gehört den „ Yasunidos“ an und kam nach Lima, um am „Cumbre de los Pueblos“ teilzunehmen. Sie berichtet von angespannten Verhältnissen in ihrem Land aufgrund der Vorkommnisse in Yasuní. Die ecuadorianische Verfassung beinhaltet zwar  seit 2013 auch die Rechte der Natur, die Politiker würden aber weiterhin auf den Extraktivismus setzen.

„ Die Erdölförderung in Yasuní berücksichtigt die Auswirkungen nicht, die der Strassenbau und die neuen Dienstleistungen haben werden.  Dies hat enorme Auswirkungen auf die heimischen Völker und ruft Ungleichheiten hervor“,  erklärt Gabriela Ruales.
Dass Umweltschutz nicht auf der Agenda der ecuadorianischen Regierung steht, musste auch eine Parlamentarier-Delegation aus Deutschland erfahren. Sie wurde von der ecuadorianischen Regierung wieder ausgeladen wurde, weil sie angeblich  ihre Agenda nicht mit der Regierung abgesprochen hätte.

Die Yasunidas zeigten sich überrascht über das Verhalten der ecuadorianischen Regierung, welche sich auch feindlich gegen die Klima- Karawane stellte. Ein Teil der Gruppe ist nun in Lima und nimmt an verschiedenen alternativen Aktionen teil, um das Bewusstsein für Aktionen gegen de  Klimawandel zu fördern.
Zum Ende des Alternativgipfels der Völker werden die Aktivisten eine Präsentation über ökologische Probleme in Lateinamerika starten. Ziel sei es ein breites Netzwerk zu umweltpolitischen Themen in ganz Lateinamerika zu gründen.

Texto: Gloria Alvitres

Fotos und Übersetzung ins Deutsche: Luisa Donner

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