„Das ist die erste Deklaration in der Geschichte!“ Mit diesen Worten und tosendem Beifall der Jugendlichen endet die diesjährige „Conference of Youth“. Euphorie und das Gefühl von Gemeinschaft liegen in der Luft.  Von KLima-Reporterin Lynda Wolff
Die jungen Erwachsenen sind zwischen 15 und 35 Jahren alt. Sie kommen aus Australien, Asien, dem mittleren Osten, Nordamerika, den Inselstaaten, vereinzelt aus Afrika und aus den Ländern Europas. Dieses Jahr besonders vertreten ist Südamerika. Sie sind auf der Konferenz der Jugend (COY10) in Lima für drei Tage zusammengetroffen, um ihre Visionen, Aktionen und Herausforderungen mit und über den Klimawandel zu teilen.
Dieses Jahr stand die COY unter dem Motto: „Turning Voices Into Action“ – Worte in die Tat umsetzen. Zum zehnten Mal wurde dieses Event, als Vorveranstaltung der Klimakonferenz, von Freiwilligen seit März vorbereitet. Rund 700 Jugendliche fanden sich vom 28. bis 30. November auf dem Campus der Universidad Nacional Agraria La Molina ein. Seit Juli konnten sich die Jugendlichen bewerben, die einer Nichtregierungsorganisation, Institution oder Gruppe, die sich gegen den Klimawandel einsetzt, angehören.

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Was bewegt einen jungen Peruaner sich an solch einem Event freiwillig zu beteiligen?
“ Meine Motivation ist die erstmalige Erklärung an die Weltklimakonferenz. Weil wir hiermit die Stimmen aller Jugendliche weltweit vertreten, haben wir eine große Verantwortung, die ich mittragen möchte“ sagt José Potilla, Student für Soziale Kommunikation in Lima und Mitorganisator der COY10.
Die Idee der COY ist es, die Bewegung der Jugend gegen den Klimawandel zu stärken. Ein Raum soll geschaffen werden, um voneinander zu lernen, sich über Erfahrungen auszutauschen, die Rolle der Jugend im Kampf gegen den Klimawandel zu kristallisieren und durch neue Begegnungen die Kooperation zwischen den Jugendlichen zu fördern. Und dieses Jahr stand etwas im Vordergrund, das es so noch nicht gegeben hat. Innerhalb von drei Tagen sollte eine Erklärung entstehen, in der die Jugendlichen ihre Forderungen im Umgang mit dem Klimawandel an die Delegierten der Weltklimakonferenz (COP20) stellen. Sie sollte unter anderem Formulierungen über Menschenrechte, Finanzmanagement, Gesundheit und Anpassung enthalten.

Ein internationales Netzwerk bildet sich
Während am Vormittag in Vorträgen Gelerntes weitergegeben wurde, hatten sich für den Nachmittag internationale Arbeitsgruppen gebildet, um den Inhalt der Deklaration aufzustellen.
Am Sonntag Nachmittag wurden in einer angeregten Diskussion die verschiedenen Ergebnisse der Arbeitsgruppen vorgestellt und durch Abstimmung in die Deklaration aufgenommen oder abgelehnt. Zum Beispiel, dass Verstöße gegen den Klimaschutz als Kriminalität gegen die Menschheit geahndet werden. Während die Forderungen der Expertengruppe für Finanzen heftig diskutiert wurden, brach bei der Vorstellung für Bildung, spezifischen Klimaschutz und indigene Bevölkerung eine Welle von Euphorie und Optimismus aus. Nach vier Stunden und meditativen Pausen zur Besinnung war die erste Deklaration der Jugend zum Umweltschutz verfasst. Die offiziell anerkannte Vertretung der weltweiten Jugend „YOUNGO“ soll in diesen Tagen die Deklaration an die Delegierten der diesjährigen Weltklimakonferenz weitergeben und die Forderungen vertreten. In welcher Form ist aber noch nicht klar.
„Wie erfolgreich die Jugendkonferenz 2014 wirklich war, wird sich in der Zukunft rausstellen. Die COY ist primär ein Ort, um Leute kennen zu lernen und ein internationales Netzwerk entstehen zu lassen. Kleine und große Projekte können durch weltweite Kooperation realisiert werden“ sagt Leonie, Geographie Studentin in Lima und Mitorganisatorin der COY 10.
In den drei Tagen hatten sich unter den Jugendlichen zwei Sätze verbreitet, die die Stimmung auf der Konferenz zutreffend beschreiben: „Wir sind die erste Generation, die mit dem Klimawandel aufwächst. Und vielleicht die letzte, die etwas gegen ihn bewirken kann.“ Mit der Erklärung an die Delegierten hat die weltweite Jugend ihre Stimme in die Tat umgesetzt: die erste Deklaration der Jugend in der Geschichte.

 

KLima-Reporterin Lynda Wolff ist weltwärts-Freiwillige der Erzdiözese Freiburg

3 Responses

  1. Martina Werner-Wolff

    “Wir sind die erste Generation, die mit dem Klimawandel aufwächst. Und vielleicht die letzte, die etwas gegen ihn bewirken kann.” ist ein klares und leider allzu wahres Statement.
    Es macht deutlich, wie erschreckend wenig Zeit bleibt, um an der momentanen desolaten Situation noch etwas zu verändern.
    Die Verantwortlichen für die Ausbeutung unseres Planeten werden die Folgen leider nicht mehr erleben müssen und so bleibt die einzige und wie es scheint berechtigte Hoffnung, dass die folgende Generation verantwortungsvoller mit den Resourcen unserer Erde umgeht, den Artenschutz vorantreibt und die Gleichberechtigung und Würde aller Menschen respektiert.

    Dazu möchte ich gerne die Worte des Dalai Lamas zitieren:
    „Der Einzelne könne nichts bewirken, entspricht nicht dem buddhistischen Weltbild.
    Kleine Anstöße können eine ganze Lawine ins Rollen bringen.

    Und es ist der Bewusstseinswandel vieler, der Veränderungen hervorbringen kann.“

    Ich wünsche den jungen und engagierten Teilnehmern viel Kraft und Erfolg bei der Durch- und Umsetzung ihrer Forderungen!

    M. W.-W.

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  2. Max Werner

    Leider ist das Thema Umwelt und Klimawandel immer noch ein weltbekanntes Thema was häufig nie richtig ernstgenommen wird. Wenn wir alle was Verändern wollen dann müssen sich alle an gleiche Regeln halten – das was ich sehe über Peru anhand von Bildern ist schon ziemlich krass. Es ist schon ziemlich respektlos wie wir alle gegenüber unser Umwelt uns auftreten. Ich hoffe mal ihr konntet was durchsetzen.

    Zuletzt möchte ich zitieren:
    Ich kann es mir nicht vorstellen das eine so junge Frau solche Texte schreibt das ist die Wortwahl eines erfahren Journalisten von Tv & Hörfunk.

    Trotzdem ist der Text sehr gut formuliert

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  3. admin

    Lieber Herr Werner, ich kann Ihnen versichern, dass der Text wirklich aus der Feder der 19-jähigen Lynda Wolff stammt. Wir hatten sehr talentierte und gute KLIma-Reporteras in unserem Team!

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