Liebe Leserin, lieber Leser des InfoPeru,

 

am 13. August letzten Jahres gingen in peruanischen Städten so viele Menschen auf die Strasse wie noch nie. Sie protestierten gegen die Geschlechterdiskriminierung und besonders gegen die gesellschaftlich tolerierte Gewalt gegen Frauen. Was aus diesem Frauen-Aufschrei ein Jahr später geworden ist, darüber berichtet die Frauenrechtlerin Mariel Távara in diesem InfoPeru.

Auch sonst finden Sie wieder Lesestoff aus ganz unterschiedlichen Quellen: ein Bericht eines 19-jährigen Abiturienten, der 3 Monate in einem abgeschiedenen Andendorf verbringen durfte; ein erhellender Bericht über den Rechnungshof in Peru, und ein Interview mit dem Filmemacher Heeder Soto, indem er erklärt, warum in seinem Film über den Titicaca-See auch der Kohle-Tagebau im nordrhein-westfälischen Garzweiler vorkommt.

Ganz Peru ist zwei Wochen vor seinem Nationalfeiertag bereits weiss-rot beflaggt. Allzuviel gibt es allerdings nicht zu feiern. Die Wirtschaft kommt nicht recht in Schwung; der von Brasilien ausgehende Korruptionsskandal Lava Jato stürzt einen Politiker in Peru nach dem anderen (wobei nicht immer diejnigen, die am meisten verbrochen haben, am tiefsten fallen); und der schwache Präsident Pedro Pablo Kuczynski verhandelt jetzt ganz offen mit der im Parlament dominierenden Fujimori-Fraktion über eine mögiche Amnestie für Alberto Fujimori. Und wenn das noch nicht genug wäre: das Linksbündnis „Frente Amplio“ hat sich nun offiziell in zwei Fraktionen gespalten. Eine, die von Marco Arana angeführt wird, die andere von Verónica Mendoza.

Verbesserungen passieren meist im Kleinen: ein paar von ihnen haben wir in unserer Rubrik „Gute Nachrichten“ aufgelistet. Dazu gehört wohl auch Perus erster Lebensmittelskandal: Anfang Juni verbot Panama dem peruanischen Lebensmittelkonzern Gloria die Einfuhr seiner Milchmarke „Pura Vida“. Es sei gar keine Milch. Und tatsächlich stammt Pura Vida nicht aus dem Euter einer Kuh, sondern aus dem Labor. Der Aufschrei in Peru war so gross, dass das Parlament sogar verbot, in Zukunft Pulvermilch für die Herstellung von Milch zu verwenden.  Damit sind die Abgeordneten wahrscheinlich über das Ziel hinausgeschossen, denn die peruanischen Milchbauern können den Bedarf (noch) gar nicht decken. Aber dennoch ist es eine Massnahme, die Lebensmittelqualität und -produktion über den Gewinn eines Grosskonzerns stellt.  Hoffen wir, dass es keine Eintagsfliege bleibt.

Viel Freude und Erkenntnisgewinn bei der Lektüre der Artikel wünscht

Hildegard Willer

Redakteurin InfoPeru

 

 

 

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