Gute Nachrichten aus Peru

Die Umweltaktivistin Máxima Acuña hat gegen das maechtige Unternehmen Yanacocha vor Gericht gewonnen. Dies ist nicht die einzige gute Nachricht aus Peru ….

  • Máxima Acuña gewinnt vor oberstem Gericht

Die Baeuerin und Bergbaugegnerin Máxima Acuña aus Cajamarca hat nach jahrelangem Rechtsstreit gegen das Bergbauunternehmen Yanacocha recht bekommen. Das oberste Gericht Perus hat Máxima Acuña am 3. Mai von der Anschuldigung unrechtmaessiger Landaneignung freigesprochen. Máxima Acuña ist Perus bekannteste Umweltaktivistin und hat vor zwei Jahren den wichtigen Goldman-Preis erhalten.

Das duerfte auch dem umstrittenen Bergbauprojekt Conga noch mehr Wind aus den Segeln genommen haben.  Raúl Benavides, Perus Minderheitseigner und Vizepraesident von Yanacocha, erklaerte am 12. Mai in Cajamarca, dass Conga so gut wie tot sei. :„Wenigstens für den Moment sind die ökonomischen und sozialen Bedingungen zu schlecht, um das Projekt fortzuführen“. Damit hätte das Unternehmen Yanacocha in den Nordanden bei Cajamarca ca. 700 Millionen Dollar an bisher entstandenen Kosten „in den Sand“ gesetzt. Die Aussage: „Conga ist tot“  machte Benavides im Anschluss an eine Veranstaltung zur Übergabe von Krediten an ausgesuchte Kleinunternehmer durch die Asociación Los Andes de Cajamarca, die durch Yanacocha gefördert wird. Eine Fortführung, so Benavides, wäre nur mit einer anderen Konzeption möglich „mit weniger Auswirkungen auf die Umwelt oder wenn die Installationen an einem anderen Standort aufgebaut werden…, aber aktuell ist das nicht geplant“.

 

  • Muttertag und Frauenfußball im Regenwald

Man kann sich natürlich fragen, warum auch noch der Muttertag im amazonischen Regenwald gefeiert werden muss.  Wenn er aber  so gefeiert wird, wie  in Münchens Partnerdorf Huahuari im zentralen Regenwald, so kann das eine Nachricht wert sein.

Die Idee ging von den Frauen in einigen kleinen Asháninka-Siedlungen in der Provinz Satipo aus: sie wünschten sich am Muttertag einen Frauentag mit einem Fußballturnier von Frauen-Fußball-Mannschaften. Alle waren begeistert.  14 Mannschaften machten mit. Gewinner waren die Fussballerinnen von der Siedlung Los Orquidias, zweite wurde das  Centro Huahuayri und Dritte die  Asháninka-Siedlung Jaririkishi. Nach dem Fußballturnier wurde getanzt und gesungen. Es gab Preiseverleihungen. Die Frauen hatten einen großen Spaß.

Und was war mit den Männern? Die waren zu Arbeiten eingeteilt. Einige waren für den Verkauf des Masato-Getränks (gegorenes Getränk aus Maniok), andere waren für die organisatorische Betreung ihrer Frauen-Mannschaft zuständig, wieder andere machten und verkauften das Essen und passten auf die Kinder auf.

 

  •  Ilegale Goldschürfer verurteilt

Das Gericht in Puerto Maldonado (Madre de Dios) verurteilte zwei größere illegale Goldbergbauunternehmer zu 8 Jahren Haft und einer Geldstrafe von 60.000 Soles. Warum ist das eine gute Nachricht? Sie arbeiteten mit schwerem Gerät im Schutzgebiet Amarakaeri, einer für jegliche Bergwerkstätigkeit verbotene Zone. Gut ist es für den Regenwald und die dort lebende indigene Bevölkerung, hoffentlich wirkt das abschreckende Beispiel.

 

  • Interne Spannungen im Fujimori-Clan:

Im April erinnerte sich man in Peru an den Staatsstreich von Ex-Diktator  Alberto Fujimori vor 25 Jahren. Die „gute Nachricht“ ist,  dass sich an der Einschätzung darüber auch die Fujimori-Kinder Kenjio und Keiko streiten; sie haben u.a. unterschiedliche Positionen in der sehr polemisch geführten Gender-Debatte.

 

 

  •  Rama dama auf dem Weg nach Macchu Picchu

(„Rama dama“ heißt in München das jährliche Großreinemachen entlang des Isarflusses. Da kommen immer hunderte Kilos an Abfällen zusammen. d.Red.)

Ein Rama dama wurde Ende Februar auch auf dem Weg nach Macchu Picchu durchgeführt. Gut ist diese Nachricht, weil ca. 20 Reisebüros mit Hilfskräften die Wege von Cusco zum Machu Pichu gesäubert haben. Weniger erfreulich  ist, dass  bei Trecking-Touristen überhaupt so viel Müll hinterlassen. Täglich dürfen bis zu 500 BesucherInnen alleine oder mit den mietbaren Trägern sich auf dem Weg machen.

Dieses Jahr wurden ca. 500 Kilos an Abfällen gesammelt . Der Abfall bestand hauptsächlich aus Plastikflaschen und Einweggeschirr. Die Reisebüros verkaufen das als gute Nachricht – als Umweltaktion  und Respekt vor dem Ökosystem und der grandiosen Landschaft. Eine bessere Nachricht wäre, wenn alle ihren Abfall mitnehmen würden. Auch eine gute Nachricht im Sinne eines nachhaltigen Tourismus:  2016 besuchten ca. 800.000 Touristen die geschützten  Regionen wie Macchu Picchu, Paracas, den Nationalpark Huascarán, Tingo Maria oder Tambopata. (Inforegion, 8.3.17)

 

  •  Eine Tonne Kokain beschlagnahmt

Dass mal wieder eine große Menge Kokain im Hafen Callao beschlagnahmt wurde ist nichts Neues. Interessanter ist, wie das Kokain verpackt war : Alle 1.222 Päckchen waren geschmückt mit Foto und Namen des argentinischen Fussballstars Lionel Messi, dem Wappen des FC Barcelona und dem Wappen des spanischen Königshauses. . (inforegion,  25.3.17)

 

  •  Kardinal Cipriani war nicht bei der 100 Jahr Feier der Universidad Católica in Lima

Viele Kommentatoren bezeichneten es als Gute Nachricht, dass Kardinal Cipriani nicht bei dieser Feier vertreten war. Sie lobten die Diplomatie des Vatikans, den Konflikt mit der Katholischen Universität Perus gelöst zu haben, und den Opus-Dei-Kardinal Juan Luis Cipriani zugleich dabei ausgeschaltet zu haben.

 

  •  Technische Uni Perus denkt um

Die letzte Jahreshauptversammlung der Universidad Nacional de Ingeniería – der wichtigsten Ingenieursschmiede Perus –  sprach sich einstimmig dafür aus, die Flüsse nicht mehr, wie bisher, zu kanalisieren sondern sie zu renaturieren.  Angesichts der Überschwemmungen von „kanalisierten Flüssen“ wäre es eine bessere Nachricht gewesen, wenn das schon früher stattgefunden hätte. (SPDA 29.3.17)

 

  • Hunt Oil verläßt den amazonischen Regenwald

Für die Aktionäre von Hunt Oil mag  es eine schlechte Nachricht sein, aber für den amazonischen Regenwald, für die dortigen BewohnerInnen und für das Weltklima ist das eine gute Nachricht. Die US-Firma Hunt Oil gibt ihre Konzession im sog. Lote 76 zurück. Experten hatten ausgerechnet, dass in diesem Gebiet Billionen Kubikmeter Erdgas vorhanden sind. In der Regierungszeit von Ex-Präsident Toledo erhielt Hunt Oil 2014 die Bohrungsgenehmigungen, ausgerechnet im Schutzgebiet der Reserva Comunal Amarakaeri, (seit 2002) im Territorium der Indigenen Gemeinschaften in der Provinz Manu, Region Madre de Dios. Sie kämpften mit ihrer Föderation FENAMA gegen dieses kriminelle Projekt. Ihnen zur Hilfe kam bei diesem mit 745 Millionen Dollar angesetzten Projekt, dass die Experten bei ihren Probebohrungen nicht auf die Gasvorkommen gestoßen sind. Können solche Fehlbohrungen nicht überall geschehen? (Roger Tunque, actualidad – noticias, Lima, 30.3.17)

 

  • Die Awajún setzten sich gegen das Bergwerksunternehmen Afrodita durch

Der Regierung der Region Amazonas blieb letztendlich nichts anderes übrig als der kanadischen Bergbaufirma Afrodita, in der Cordillera del Condor an der Grenze zu Ecuador, die Lizenz zum Goldabbau zu entziehen. Gegen Afrodita hat der Zusammenschluss der Awajún seit Jahren gekämpft.

 

Heinz Schulze

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