Der Papst, die peruanische Polizei, das Gesundheitsministerium und sogar das Hochwasser sorgen dieses Mal für gute Nachrichten aus Peru.

  • Nach Hochwasser-Katastrophe: Die Wüste lebt

Die schlimmen Regenfälle des Niño Costero an der nördlichen Küste Perus (Region Piura) haben größte Schaden angerichtet. Ein „kleines Wunder“ fand in der Wüste beim Dorf Catacaos statt. In der durch illegale Abholzung baumfreien Wüste wuchsen jetzt durch die Regenfälle über 10.000 Bäume und Sträucher. Mit ihnen siedelten sich wieder Vögel und Reptilien an. Die Bewohner der Dörfer Villa Monte Castillo und San Juan Baustista de Catacaos verpflichteten sich, dieses neue „grüne Gold“ vor Abholzung und Brandlegung zu schützen und sorgsam zu nutzen, z.B. mit den Früchten des Algarrobo-Baumes (Johannisbrotbaum)

(Servindi, 5.7.17 – Heinz Schulze)

 

  • Papst Franziskus besucht Peru

Die peruanische Bischofskonferenz hat bestätigt, dass Papst Franziskus vom 18. – 21. Januar 2018 Peru besuchen wird. Neben den Städten Lima und Trujillo steht auch ein Besuch in der Regenwaldregion Madre de Dios auf dem Programm

 

  • Illegale Grundstückshändler ausgehoben

Eigentlich ist das keine gute Nachricht, wenn am 27.6.17 eine kriminelle Bande mit ca. 60 Mitgliedern in einem groß angelegten polizeilichen Operation mit 1.200 PolizistInnen „trocken“gelegt wurde.  Die Bande, die sich „Los babys de Oquendo“ nennt, operierte in den Distrikten Los Olivos, San Martin de Porres und Puente Piedra der peruanischen Hauptstadt. Ihre „Spezialität“ war das Geschäft mit illegalem Verkauf von Landbesitz und Schutzgelderpressung in diesen Distrikten. Sie gründeten eine falsche, eigene Gewerkschaft und eine Immobilienfirma als Fassade ihrer kriminellen Tätigkeiten. Dies ist in Peru nicht ohne die aktive Mitarbeit -auch hoher – Polizisten möglich: 25 PolizistInnen wurden verhaftet , darunter ein Polizeikommandant einer Eliteeinheit der Kriminalpolizei,  der Sicherheitschef der nationalen Gefängnisbehörde sowie auch Führungskräfte des Geheimdienstes.

Dass diese gestellt  und ihre Beteiligung nicht vom Innenminister Basombrio vertuscht wurde ist dann doch eine gute Nachricht.

( Inforegion, 29.6.17, StäPa-Nachrichten Berlin 30.6.17 – gekürzt: Heinz Schulze)

 

  • Illegale Holzhändler gefasst

In einer grossangelegten Razzia setzte die peruanische Polizei in Satipo/Junín 18 Mitglieder eines Familien-Clans fest. Die sogenannte Bande „Die Biber des zentralen Regenwaldes“ wurden von einer Frau angeführt, Donha Nélida Porras Anchiraico de Bottger und unterhielten im Regenwald von Junín und Ucayali illegale Holzfällercamps.  Zusammen mit ihnen wurden auch drei Mitarbeiter der lokalen Forstbehörde Serfor festgenommen, die mit der Bande unter einer Decke steckten und die benötigten Frachtpapiere fälschten.

(https://es.mongabay.com/2017/07/clan-familiar-castores-tala-madera-deforestacion/)

 

  • Der Zugang zum staatlichen Gesundheitsdienst wird ausgeweitet

Ab sofort sind u.a. Mitglieder der (offiziell eingetragenen) Rondas Campesinas, Comités de autodefensa (in der Sierra und in der Selva) und Personen, die in einer Situation extremer Armut leben – auf dem Land und in der Stadt – in das offizielle Gesundheitssystem SEGURO INTEGRAL DE SALUD – SIS – integriert. Das entsprechende Gesetz hat die Nummer: 30602 mit Verordnungsbeschluss 28588. Dieses Gesetz wurde schon am 15.12.2011 im peruanischen Parlament beschlossen.

Interessant ist die Nachricht z.B. für Partnergruppen, die Bitten zur Unterstützung bei Krankheiten ihrer PartnerInnen erhalten. Hier können zunächst in Peru vorhandene Ressourcen in Anspruch genommen werden. Damit sind nicht alle Kosten abgedeckt. Es bleiben sicherlich  Fahrtkosten, Verpflegung, die  dann im Bedarfsfall aufzubringen sind. Aber die Grundversorgung ist gegeben, wenn sich die PartnerInnen darum kümmern.

(Mitteilung des peruanischen Gesundheitsministeriums, Juli 2017 –  Heinz Schulze)

 

  • Strafantrag gegen die Fernsehsendung Paisana Jacinta

Das TV-Programm Paisana Jacinta ärgert viele Menschen in Peru. Die gute Nachricht: Vier Frauen aus der Provinz Canchis haben dagegen geklagt. Das Landgericht in Cusco hat die Klage angenommen. Sie werden von den Organisationen IDL und Aporvidha  dabei unterstützt. Warum das Ganze? Die Kunstfigur Paisana Jacinta ist eine schlimme Karikatur einer Bäuerin vom Lande. In der Sprache der Anwälte von IDL: Sie ist vulgär, dreckig, gewalttätig, blöd, primitiv und mit wenig geistigen Fähigkeiten ausgestattet.  Dazu wird sie von einem als Frau verkleideten Mann gespielt. Die ganze Serie lebt von unzumutbaren Stereotypen und ist diskriminierend.

Die Serie hat schon früher Proteste hervorgerufen und wurde eine Zeit lang abgesetzt. Jetzt ist es wieder zu sehen, ausgerechnet als „Bildungsprogramm“.

Wir bleiben am Ball.

(Juan Carlos Ruiz Molledo, Lima, 5.7.17, gekürzte Übersetzung: Heinz Schulze)

 

  • Indigene Wampis vertreiben illegale Goldschürfer

Das indigene Volk der Wampis im nordperuanischen Departament Amazonas  ist bekannt für seinen hohen Grad an Organisatione und Selbstbestimmung.  Deswegen verwundert es nicht, dass die Wampis seit Monaten eigenmächtig gegen illegale Goldschürfer auf ihrem Gebiet vorgehen. Zum fünften Mal hat eine Delegation der Wampis die Maschinen und Werkzeuge im illegalen Goldgräbercamp zerstört – allerdings schlugen die Goldgräber am nächsten Tag zurück und verletzten vier Männer der Wampis.

Der peruanische Staat ist leider nicht oder unzureichend vor Ort vertreten. Es wäre seine Aufgabe, die illegalen Goldgräber zu vertreiben.

https://www.servindi.org/actualidad-informe-especial/14/07/2017/cuatro-heridos-deja-ataque-de-mineros-ilegales-en-comunidad

 

 

 

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