Lithium – das gab es bisher nur in Argentinien, Chile und Bolivien. Und neu jetzt auch in Puno, Peru.

Mitte Juli gab die kanadische Firma Macusani Yellowcake, eine Filiale der kanadischen Plateau Energy, bekannt, dass sie auf der Hochebene von Macusani (Departament Puno) 2,5 Millionen Tonnen hochwertiges Lithium gefunden habe. Damit wäre das Lithium-Vorkommen von Puno eines der größten weltweit.

Lithium ist ein Alkalimetall und wird u.a. benötigt, um Batterien für Elektro-Autos herzustellen. Die Nachfrage nach Lithium ist deshalb in den letzten Jahren weltweit um ein Vielfaches angestiegen.

Die Explorationsfirma Macusani Yellowcake sucht seit mehr als zehn Jahren auf der Hochebene von Macusani nach Metallen – allerdings nicht nach Lithium, sondern nach Uran. Das Lithium war also eher ein Zufallsfund. Das ebenfalls gefundene Uran wurde, kann jedoch die kommerzielle Ausbeutung des Lithiums erschweren, müssen doch für radioaktive Stoffe wie Uran besondere Regeln eingehalten werden. Diese Regeln gibt es in Peru noch gar nicht – aus diesem Grund war der geplante Uranabbau in Macusani auch auf Eis gelegt worden. Dies kann sich nun ändern mit den Lithium-Funden.

Vorerst aber sucht die kleine kanadische Explorationsfirma nach potenten Partnern, die in die Lithium-Ausbeutung in Macusani investieren wollen. 800 Millionen US-Dollar bräuchten sie, ließ der Geschäftsführer auf einer Pressekonferenz in Lima verlauten.

Dabei könnten sie noch auf ein weiteres Hindernis stoßen: der Forscher Rainer Hostning hatte auf der Hochebene von Macusani das größte Vorkommen von prähistorischen Steinmalereien in Südperu festgestellt. 2011 ernannte das Kulturministerium die Zone deshalb zum archäologischen Schutzgebiet.

Auch wenn es noch einige Zeit dauern wird, bis in Macusani wirklich Lithium abgebaut werden wird: die Begehrlichkeiten nach diesem seltenen, und damit auch Gewinn versprechenden, Metall sind auch in Puno geweckt worden und werden die Debatte der nächsten Jahre in Puno bestimmen.

Hildegard Willer

 

2 Responses

  1. Matthias Kuderer

    Lithium gehört nicht zu den seltenen Erden, sondern ist ein Alkalimetal.

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