Peru gilt als eines der konservativeren Länder Lateinamerikas – gerade auch in Fragen der Sexualmoral. Die Forderung nach der Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften wäre bis vor kurzem noch hinter vorgehaltener Hand geführt worden.Dies hat sich geändert – am 12. April gingen Tausende von Personen in Lima auf die Strasse, um die rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften zu fordern. Die vom Abgeordneten Jorge Bruce eingebrachte Gesetzesvorlage wird im Mai im Parlament debattiert werden.

Das Thema hat zwei Kontrahenten gegeneinander aufgebracht, die schon früher ihre Meinungsverschiedenheiten öffentlich ausgefochten haben: Opus-Dei-Kardinal Juan Luis Cipriani und den Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa. Cipriani machte den Vorschlag, die Anerkennung der gleichgeschlechtlichen Partnerschaft solle in einer Volksabstimmung entschieden werden; während Mario Vargas Llosa die katholische Kirche Perus als rückständig und vorsintflutlich schalt, so dass sich sogar die Bischofskonferenz öffentlich dagegen wehrte.

Auch wenn, laut Umfragen, noch eine knappe Mehrheit der Peruaner gegen die Anerkennung der homosexuellen Partnerschaften sich ausspricht:  das Thema der Anerkennung der Rechte Homosexueller  ist in die Mitte der peruanischen Gesellschaft gerückt.

Hildegard Willer

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