Freud….

In internationalen Wettbewerben erreicht der peruanische Kaffee immer hervorragend ab. Beim IX Nationalen Wettbewerb für Qualitätskaffee erreichten Kleinproduzenten aus San Ignacio (Cajamarca), aus dem Tiefland des Departements Puno (Tunki-Kaffee) und aus der Provinz Rioja (San Martin) die ersten Plätze. Nicht von ungefähr ist Peru inzwischen der größte Anbieter von Biokaffee in Lateinamerika.

…und Leid

Im zentralen Regenwald Perus sind bis zu 60% der Kaffeepflanzen zerstört. Der Grund ist der Befall mit der „roya amarilla“ (Kaffeefrost). Diese Parasiten befallen die Blätter; diese vertrocknen, fallen ab und lassen die Kaffeebohnen ohne Schutz, so dass sie vor der Reife verdorren. Mit ein Grund für die Ausbreitung der Plage ist der Klimawandel u.a. mit verlängerten Regenzeiten. Die einzige Möglichkeit, der „roya“ Herr zu werden, besteht darin, die befallenen Pflanzen auszureißen, eine eigene Baumschule  anzulegen und zwei Jahre ohne Kaffeeernte auskommen.

 

Das Leid des „Der Markt wird’s schon richten“:

 

Die Bauern von Aguaytia im Regenwaldgebiet von Ucayali hatten sich auf die Produktion von Bananen der Sorte Bellaco, spezialisiert. Sie erhielten für 1000 Bananen 280 Soles, ca. 90 €. Die Bananen waren gefragt. Pro Woche fuhren ca. 30 vollbeladene LKW`s nach Lima. Sie müssen heuer aber 350 Soles dafür verlangen, um auf ihre Kosten zu kommen. In der Zwischenzeit haben Landwirtschaftsberater Bananenproduzenten in anderen Gegenden motiviert, auch die begehrten Bellaco-Bananen anzubauen. Jetzt gibt es eine Überproduktion und der „Herr Markt“ kauft dort, wie die Bauern die 1.000 Stück weiter für 250 Soles anbieten. Jetzt verlassen nur noch 12 LKW`s pro Woche Aguaytia und viele Bananen verfaulen an der Staude. Was machen die Bauern von Aguaytia dagegen? Sie treten in einen unbefristeten Streik um der Überproduktion zu begegnen. Ob das hilft?

 

(Inforegion, 4.10.13) – Heinz Schulze

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