Pluspetrol will im südlichen peruanischen Regenwald mehr Erdgas produzieren. Hier leben, im Nationalpark Reserva territorial Kugapakori Nahua Rio Camisea, Cusco die Nani (ca. 600 Indigene). Auch heute noch und nicht nur zur Kolonialzeit sind Indigene wie die Nani, die in „freiwilliger Isolation“ leben oder sich gerade im Erstkontakt mit der „Zivilisation“  befinden, durch eingeschleppte Krankheiten sehr gefährdet .    Das geschieht aktuell durch Arbeiter der Erdölfirma Pluspetrol. Mitarbeiter des peruanischen Gesundheitsministeriums haben deswegen Alarm geschlagen: Viele Kinder der Nani leiden an Durchfall, einige Kinder sind schon gestorben.

Experten befürchten, dass sich, wenn sich die Fremden nicht zurück ziehen, die Nani vom Aussterben bedroht sind.

  1. Für Pluspetrol geht es bei der Erweiterung dieses Erdgasgebietes (Camisea) um viel Geld. Deshalb hat Pluspetrol einen Sozialfonds eingerichtet, der den Nani zugute kommen soll. Dieses Geld wird von den im Gebiet tätigen katholischen Missionaren des Dominikanerordens verwaltet. Die Dominikaner haben im Oktober 2013 einige Nani aus dem Urwald in die peruanische Hauptstadt Lima ausgeflogen, damit sie dort in Zeitungen und im Fernsehen auftreten und sich positiv über Pluspetrol und den Sozialfonds äußern. Die größte Vertretung der indigenen Regenwaldorganisationen Perus, AIDESEP hat öffentlich gegen die weitere Erdgasförderung protestiert und über die Gefährdungen informiert. Hierzu gab es heftigen Gegenwind vom Medienkonzern El Comercio zusammen mit Pluspetrol, den Dominikanern und von CONAP. CONAP ist ein Zusammenschluss indigener Gemeinschaften, der immer wieder kritisiert wird, weil er von Erdölfirmen finanziert wird. Innerhalb dieser Pro-Erdgas-Kampagne lobten die aktuellen Führer von CONAP, Oseas Barbarán und Ulises Rosas, die Arbeit von Pluspetrol, ihrer umweltschonenden Produktion und ihr soziales Engagement. Die offizielle Umweltverträglichkeitsstudie, so die zuständige Behörde (Vizeministerium für Interkulturalität) betonte, dass die beabsichtigte Förderung starke negative Folgen für die Nani haben würde.

Welche Interessen an Öl- und Gasvorkommen im peruanischen Regenwald existieren zeigt u.a., dass der chinesische Ölkonzern China National Petroleum Corporation für fast 2 Milliarden Euro Öl- und Gasvorkommen in Peru gekauft hat.

Eine weitere Ausweitung des Fördergebietes für Erdgas wird, so die Befürchtung in Peru, den Genozid an den Nani bedeuten.

Heinz Schulze, mit Quellen aus El Comercio, DPA und Servindi, 21.11.13

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