Liebe Leserinnen und Leser,

 

kurz vor Weihnachten kommt die letzte Ausgabe des InfoPeru. Sie ist wieder sehr umfangreich geworden. Vielleicht haben Sie ja im Lockdown und während der Weinachtstage ausreichend Zeit und Muße zur ausführlichen Lektüre.

Zum Jahresende haben wir wieder einen kleinen Rückblick auf zehn wichtige Ereignisse des zurückliegenden Jahres zusammengestellt.

An dieser Stelle ein Rückblick auf die Arbeit der Infostelle in diesem so besonderen Jahr.

Eigentlich wollten wir 2020 unser 30jähriges Jubiläum feiern. Aber es kam alles anders…

Dass wir unser Peru-Seminar und die Jubiläumsfeier absagen mussten, war sehr schade, aber natürlich bei weitem nicht die schlimmste Folge der Pandemie. Dass Peru von der Corona-Krise besonders schlimm betroffen war und ist, haben Sie alle mitbekommen. Wir haben ausführlich darüber berichtet und auch eine „Corona-Sonderausgabe“ herausgebracht.

Ein besonderes Problem in Peru war der große Mangel an und die hohen Preise von Sauerstoff. Bei Recherchen zu diesem Thema wurde uns deutlich, dass die ehemals deutsche Firma Linde, die ihren Geschäftssitz jetzt in Irland hat, nicht unerheblich an diesem Problem beteiligt ist. Mit Unterstützung von 33 Hilfswerken, NGO’s und Partnerschaftsgruppen haben wir das Unternehmen deshalb in einem offenen Brief aufgefordert, seine Preispolitik zu ändern und alles für eine ausreichende Sauerstoffversorgung zu tun. Über den Brief und die Reaktionen haben wir in den vergangenen Ausgaben ausführlich berichtet. Inzwischen hat sich die Lage gottseidank deutlich entschärft. Ob für eine zweite Welle genügend Sauerstoff vorhanden sein wird, ist jedoch nicht gesichert.

 

Eine Neuentdeckung war für uns die Möglichkeit der Online-Seminare. Es ist toll, dass wir damit jetzt Referent*innen und Diskussionsteilnehmer*innen aus Peru für einen Abend einladen können – und das (fast) ganz ohne CO2-Emissionen. Dies haben wir seit Mai gleich sieben Mal getan. Dreimal standen die Situation der indigenen Völker und ihre Selbstorganisation im Mittelpunkt. Die lebendigen und beeindruckenden Berichte der indigenen Vertreter*innen stießen auf besonders großes Interesse. Aber auch die Seminare zur allgemeinen Situation in Zeiten von Covid-19, zum Lieferkettengesetz und zur politischen Krise im November waren gut besucht. Diese Form des Austausches mit peruanischen Partner*innen werden wir auch im nächsten Jahr fortsetzen. Fünf Online-Seminare sind schon fest eingeplant.

 

Mit Beginn des ersten Lockdowns kamen drei neue InfoBlättern heraus. Leider hatten wir dann wenig Gelegenheit, die Blätter „unters Volk“ zu bringen, da es so gut wie keine Veranstaltungen gab.  Hier sei nochmal an sie erinnert: InfoBlatt 2 Die Crux an Lebensmittelexporten, InfoBlatt 3 Sprachenvielfalt in Peru, InfoBlatt 4 Traditionelles indigenes Wissen.

Und ganz aktuell haben wir noch zwei neue InfoBlätter herausgebracht, diesmal in enger Zusammenarbeit mit dem Forum Solidaridad Perú in Lima – eine neue und gute Erfahrung der Kooperation. Mehr dazu in den Ankündigungen in diesem InfoPeru.

Das Jahr ging in Peru mit einer der schwersten politischen Krisen des Landes zu Ende. Zwischen der letzten und dieser Ausgabe des InfoPeru hat Peru drei Präsidenten erlebt, lagen die Amtsenthebung von Präsident Vizcarra durch das Parlament und in der Folge die größten Demonstrationen der peruanischen Geschichte, bei denen zwei junge Demonstrierende von Polizeikugeln getötet wurden. Wir haben über die Ereignisse sehr aktuell auf unserer Homepage berichtet. Nun gibt es eine neue Übergangsregierung und die Hoffnung auf Aufklärung des Todes der beiden jungen Männer, auf eine Polizeireform und auf politische Reformen. Den aktuellen Stand, eine Einordnung und die Perspektiven für die Wahlen im April können Sie in verschiedenen Beiträgen in dieser Ausgabe lesen.

 

An dieser Stelle möchten wir uns sehr herzlich bei allen Autorinnen und Autoren bedanken, die im vergangenen Jahr für das InfoPeru geschrieben und zu einer großen Themenvielfalt mit vielen fundierten, kritischen und interessanten Artikeln beigetragen haben. Alle tun dies komplett ehrenamtlich! Ein großes Dankeschön dafür!

Und ein Dank natürlich auch an Sie, liebe Leserinnen und Leser, für Ihr Interesse, Ihre Rückmeldungen und Weiterempfehlungen.

Wir vom Redaktionsteam wünschen Ihnen schöne Weihnachtstage und ein gesundes, gutes und bewegtes Jahr 2021!

 

Annette Brox

 

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