Liebe Leserinnen und Leser des InfoPeru,

Dezember und Januar sind in Peru die langen Sommermonate mit Ferien, Strand, Sonne  an der Küste (und Regen in der Sierra). Ein politisches Sommerloch gab es dieses Mal jedoch nicht. Dafür sorgten die Jugendlichen: ihr Protest gegen eine Beschneidung ihrer Arbeitsrechte begann vor Weihnachten und endete Ende Januar mit der Rücknahme des Gesetzes. Ein peruanisches Sommermärchen, über das einer ihrer Protagonisten, der Nachwuchsjournalist Hernán Padilla in diesem InfoPeru berichtet.

Der – für Lima – ferne Regenwald schaffte es in diesem Sommer ebenfalls in die Schlagzeilen. Während Bergbaukonflikte seit Jahren die öffentliche Meinung beschäftigen, war es um die langjährige Erdöl- und Erdgasförderung im Regenwald recht still. Dabei ist die Erdölförderung alles andere als sauber – nach Jahren noch tritt Erdöl aus den Bohrloechern und verschmutzt das Wasser und die Böden weithin. Dieses Mal wollten die Indigenas die Erdölfirmen nicht einfach davonkommen lassen. Kurz bevor ihre Konzession ablief – und damit die Verantwortung, für die Altlasten aufzukommen – besetzten Indigenas von den Flüssen Tigre und Corrientes die Erdölfelder der argentinischen Firma Pluspetrol. Sie verlangen die Sanierung der verschmutzten Böden und Gewässer, sowie eine Ausgleichszahlung für die Nutzniessung des indigenen Gemeinschaftslandes.

Während in Peru (und ganz Südamerika) der grosse Rohstoffboom zu Ende geht, oder sich zumindest in  gemässigteren Fahrwassern bewegt, bleibt Südamerika für deutsche Politik und Wirtschaft interessant. Der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmaier liess es sich trotz Ukrainekrise nicht nehmen, Mitte Februar die Länder Brasilien, Peru und Kolumbien zu besuchen. Der Aufenthalt in Lima dauerte gerade mal 24 Stunden und sollte die politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern stärken  – durchaus auch mit Seitenblick auf China,  das Deutschland an Investitionen in Peru um Längen schlägt.   Im März wird übrigens Bundespräsident Gauck in Peru erwartet.

Die Themen Landwirtschaft und Energie werden das Peru-Seminar der Infostelle vom 24. – 26. April 2015 bestimmen. Welche Alternativen gibt es zu den geplanten Grossprojekten im Energiebereich oder zu den grossen Agrarplantagen, die für den Export produzieren ? Ausserdem gibt es viele frische Infos zu Peru,  den Film „Caminantes de memoria“ über die Kinder der Bürgerkriegsopfer und vieles mehr. Alle Peru-Interessierten sind herzlich nach Köln eingeladen.

Ein freudiges Ereignis war das 30-jährige Jubilaeum unserer Partnerorganisation „Coordinadora Nacional de Derechos Humanos“. Die Coordinadora, wie sie auch einfach genannt wird, ist in Lateinamerika legendär für ihre Schlagkraft bei der Verteidigung der Menschenrechte. Und es mag wohl kein Zufall sein, dass alle fünf Hauptrednerinnen beim Festakt Frauen waren – so wie auch die Generalsekretärinnen der Coordinadora weit über die Grenzen Perus Massstäbe im Menschrechtsengagement gesetzt haben.Man denke nur an Pilar Coll, Susana Villarán, Sofia Macher oder – heute – Rocio Silva Santisteban. Herzlichen Glückwunsch den mutigen Frauen und Männern der Coordinadora!

Und schliesslich noch ein Hinweis in eigener Sache: wenn Sie aktuell informiert werden wollen über Peru-Ereignisse, besuchen Sie die Informationsstelle Peru in Twitter und Facebook!

Hildegard Willer

(Redakteurin InfoPeru)

 

 

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