Liebe Leserin, lieber Leser,

„An der COP20  geht es nicht ums Klima, sondern vor allem ums Geld“. Dies sagte uns ein Mitglied der peruanischen Verhandlungsdelegation am Weltklimagipfel der Vereinten Nationen. Der tagt dieses Jahr vom 2. – 12. Dezember  im Hauptquartier der Armee im Stadteil San Borja. Ein neuer Vertragstext aller Staaten mit konkreten Verpflichtungen zum Klimaschutz soll hier entstehen und im nächsten Jahr in Paris unterzeichnet werden können.

Peru ist bisher weder als Klimaschützer, noch als besonderer Klimasünder besonders in Erscheinung getreten,  sondern hat  als vom Klimawandel betroffenes Land von sich reden gemacht. Dass die Tropengletscher, von denen 70% in Peru stehen, bald zur Gänze abschmelzen, wird von keinem Wissenschaftler mehr bestritten. Auch dass das Amazonasgebiet unter neuen Regen- und Dürreperioden besonders leidet, und zudem durch neue Infrastrukturprojekte in Mitleidenschaft gezogen wird, bleibt unwidersprochen.

Bei diesem Klimagipfel ist denn auch nicht der Klimawandel als solches strittig, sondern wer wieviel dazu beitragen muss, damit der noch einigermassen aufgehalten werden kann. Oder wer wieviel Rechte hat auf Ausgleichszahlungen und Hilfen bei Anpassungsmassnahmen.

Dazu war bisher die Welt in Industrie- und Entwicklungsländer eingeteilt: die einen sind reich, verschmutzen und sollen auch dafür zahlen; die anderen arm, verschmutzen nicht und sind Opfer der Verschmutzung anderer.

Diese Gegenüberstellung wird aber von den Industrieländern – unter ihnen die EU – in Frage gestellt: längst sind China, aber auch andere grosse Schwellenländer in die Riege der co2-Sünder aufgestossen. Sollen sie sich nun auch verpflichten zu zahlen ? Darüber wird in Lima in diesen Tagen gestritten; dazu kommen technische Fragen der Berichterstattung und  Vergleichbarkeit.

Peru selber glänzt als Gastgeber und gehört als wirtschaftsliberal eingestelltes Schwellenland Lateinamerikas zur sogenanten AILAC-Gruppe, einer Untergruppe der G77.  Die stehen für eine mässige, dialogbereite Linie – im Gegensatz zu den ALBA-Staaten, die eine Bemessung und Kapitalisierung der Natur auf Marktbasis ablehnen, und sich als Klima-Opfer der Industrieländer verstehen.

Wie immer auch der Gipfel am 12. ausgehen mag – den meisten Peruanern wird das ziemlich egal sein. Das Wissen darüber, wass im sog. „Pentagonito“  verhandelt wird, ist erschreckend gering, wenn man die peruanischen Medien als Spiegel nimmt.  Dabei  springen einem die Widerpsrüche zwischen Ökologie und ungehemmter Modernisierung  in Peru ungehindert ins Auge.

Die Infostelle Peru begleitet die COP 20, in dem sie genau diese Geschichten erzählt:  was passiert in  Peru ausserhalb der COP 20 ? Wer spricht am Gegengipfel ? Wo wird in Peru etwas für die Umwelt getan oder eben nicht ?

14 junge peruanische Journalisten und deutsche weltwärts-Freiwillige berichten darüber für die Infostelle Peru und , in spanisch, für „noticias SER“. klima (2) Dieses Projekt wird unterstützt vom Katholischen Fonds, dem taz panther fonds und der Stiftung Umverteilen.

In  diesem Spezial-InfoPeru zur COP 20 werden Sie eine Auswahl der besten Artikel der jungen Reporterinnen und Reporter finden.

Viel Spass beim Lesen!

Hildegard Willer

 

 

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