Liebe Leserin, lieber Leser!

Unter dem Namen „Freiwillige chirurgische Verhütung“ – AQV“ sind mehr als 300 000 Frauen in Peru zwangssterilisiert worden. Die ISP-Gruppe Berlin hatte sich bereits am 10.12. 2011 im Rahmen des internationalen Menschenrechtstages damit auseinandergesetzt. Nun ist zum ersten Mal  vor einem peruanischen Gericht  Anklage erhoben worden wegen des tragischen Todes nach einer Zwangssterilisierung. Aber die politischen Hintergründe des menschenverachtenden Programms, welches in den Jahren 1996 bis 2000 in öffentlichen Gesundheitseinrichtungen des Fujimori-Staates zu massenhaften Eingriffen führte, werden weiterhin wenig beleuchtet und nicht juristisch aufgearbeitet. –

Vor wenigen Monaten wurde bekannt, dass die Konzentration der Medien massiv angestiegen ist, die Gruppe „Comercio“ hat ihre Vormachtstellung auf dem peruanischen Zeitungsmarkt von 50% auf 80% ausgebaut.  Das heißt, 8 von 10 Tageszeitungen in ganz Peru werden von einer einzigen Mediengruppe herausgegeben.  Infoperu hat den peruanischen Medienwissenschaftler Jorge Acevedo nach den Hintergründen dieser Medienkonzentration gefragt. Wir möchten mit ihm immer wieder darauf hinweisen, dass Pluralität und Unabhängigkeit von Medien für unsere   Demokratie unabdingbar ist. Auf der ISP-Website ist das volle Interview nachzulesen  (http://www.infostelle-peru.de/web/gefaehrliche-medienkonzentration/)

Peru wird Ende 2014 Sitz der 20. UNO-Klima-Konferenz (COP) sein.  Damit wird verstärkt die Aufmerksamkeit auch auf die sehr klimaverletzliche peruanische Umwelt gelenkt werden.  Bereits vor 10 Jahren wurde Peru z.B. von einem englischen Umweltforschungszentrum als eines der gefährdetsten Länder deklariert;  Trockenperioden, aber auch sintflutartige Regenfälle, Bergrutsche und Gletscherschmelze sowie natürlich das El-Niño-Phänomen sind allen Peru-KennerInnen bekannt und treten verstärkt und in größerer Heftigkeit auf. Wir wollen uns in diesem Jahr intensiv mit der Problematik des Klimawandels und seine großen Folgen für Peru auseinander setzen und darüber berichten. In dieser Ausgabe des InfoPeru geben Fabian Simeon (Mocicc) und Fabian Drenkhan (Katholische Universität Peru) einen ersten Einblick in die Problematik. – Aufmerksam für den Klimawandel zu sein, bedeutet auch, den unaufhaltsamen Rohstoffabbau in vielen Regionen Perus weiterhin kritisch zu begleiten, und uns für das Recht der Bevölkerung,  sich in diesen Fragen einzubringen, einzusetzen. Nationale sowie internationale Organisationen der Zivilgesellschaft müssen unbehelligt öffentlich in einer globalisierten Welt für Umweltschutz und nachhaltige gerechte Ressourcennutzung eintreten dürfen, ohne in Peru als „radikalisierte Linke vom alten Kontinent“ diffamiert zu werden. (So nachzulesen in dem Portal  http://semanaeconomica.com/sectores/conectividad/ ).

Wenn ein ungebremster Warenfluss über die Kontinente hinweg möglich ist, müssen erst recht Menschen und Ideen sich frei bewegen und austauschen können!

Viel Spaß beim Lesen unseres neuen InfoPeru wünscht

Mechthild Ebeling

(Vorstandsmitglied der Informationsstelle Peru e.V. )

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