Vom 1. bis 12 Dezember 2014 wird die UN-Klimakonferenz mindestens 12 000 VertreterInnen der Delegationen von 198 teilnehmenden Ländern nach Lima bringen. Eine riesige logistische und organisatorische  Herausforderung  für die peruanische Regierung!  Diese hat die COP20 schon Mitte 2013 als „Ereignis von nationalem Interesse“ erklärt, und ca. 62 Millionen US-Dollar wurden für die Ausrichtung von ihr bereitgestellt. Die Lima- Konferenz  soll hauptsächlich die  Vorbereitung der COP21 in Paris im kommenden Jahr voranbringen , bei derein Nachfolgeprotokoll zum aktuellen Kyoto-Protokoll aus dem Jahr 1997 zur Reduzierung des Ausstoßes von Treibhausgasen, die als Hauptursache der Erderwärmung gesehen werden ,  verabschiedet werden soll.

 Die Regierung in Peru  hat dabei eine dreifache Rolle: Sie richtet die Konferenz aus, hat den Vorsitz und ist gleichzeitig teilnehmendes Land, das auch ganz Lateinamerika repräsentiert.-

Neben den offiziellen Vertretungen von Regierungen nehmen Wirtschaftsvertretungen  und Organisationen der Zivilgesellschaft teil. Das offizielle Treffen soll im sog. Pentagonito stattfinden, dem Hauptquartier der peruanischen Armee  imStadtteil San Borja, die gerade erst renoviert und baulich angepasst wird. Für das alternative, zivilgesellschaftliche Klima-Forum wurde noch immer kein Austragungsort festgelegt, und  das beunruhigt etliche Akteure. Die COICA (Indigenenverband der Amazonasregion) z.B. stellt klar heraus, dass gerade dann, wenn eine COP  in  einem Amazonasland  stattfindet, dessen Territorium zu mehr als 50 % mit Regenwald bedeckt ist , sollte sich  dies auch durch die Teilhabe von indigenen Vertretungen widerspiegeln.  Die indigene Bevölkerung sollte  Raum erhalten, um ihre Erfahrungen und Vorschläge bezüglich des Klimawandels einzubringen! Auch die CCP (Kleinbauernverband) hebt hervor, dass die Folgen des Klimawandels besonders stark die andine Bevölkerung betrifft, welche z.B. durch das  Gletscherschmelzen in ihrer bäuerlichen Produktion immens geschädigt wird . Diese Verbände berufen sich ausdrücklich  auf die Vereinten Nationen, die sich ja immer wieder als Verbündete der indigenen Völker dargestellt haben. 

Ansonsten ist das Thema des Klimawandels für die peruanische Bevölkerung relativ neu . Erst seit dem Jahr 2006 wird  in öffentlichen Umfragen zu nationalen Problemen der Bereich Umwelt abgefragt. In einer Umfrage der PUCP (Katholische Universität von Peru) aus dem Jahr 2013 halten 8.5 % der Bevölkerung den Bereich Umwelt für ein schwerwiegendes Problem, während 47%  Verbrechen und Gewalt für das größte Problem halten.  Das Umweltministerium lässt dennoch verlautbaren, dass das Thema nicht mehr allein klimapolitisch besetzt sei, sondern jetzt auch eine „Frage der Entwicklung“ sei. Und damit stimmt er mit vielen Stimmen aus der Zivilgesellschaft überein: Ein neues Entwicklungsmodell müsse entstehen, die Konferenz solle Raum bieten für Debatten und Übereinkünfte für ein „grünes Wachstum“, nachhaltig, inklusiv,  den Herausforderungen der globalen Probleme gewachsen. In diesem Sinne wird die COP20 als eine Gelegenheit gesehen , diese Fragen endlich in eine breitere Öffentlichkeit Perus zu bringen.  Was auch erwartet wird, ist mehr  Know-How-Transfer, technologische Fortbildung und  Befähigung von mehr lokalen Fachkräften. Hier ist auch die EZ gefragt.

 „Das ist unsere Chance: Wir müssen unsere eigene Klima-Agenda entwickeln, ein zukunftsfähiges Peru schaffen,“  heißt es auf einer  Sitzung der ComuniCOP,   einer  Art Think-Tank. mit VetreterInnen des Umweltministeriums,  des  Außenministeriums sowie  z.B. der SPDA (peruanische Gesellschaft für Umweltrecht) im Februar d.J.  in der Universidad del Pacifico  in Lima. 

 Auch wenn die großen Industrieländer wie die USA und China 60% der schädlichen Treibhausgase produzieren , soll  auch im eigenen Land  mit konkreten Maßnahmen  begonnen werden!

Eine sehr kreative Initiative  ist die neue Website  www.pondetuparte.com,   die auf konkrete Maßnahmen hinweist, mit denen alle Menschen etwas für eine gesündere Umwelt tun könnten. Die User sollen sich verpflichten, z.B. weniger Abfall zu produzieren, öfter die Wege mit dem Fahrrad zurückzulegen, einen Baum zu pflanzen……  Dies könnte  ein wichtiger Beitrag werden, um die Frage der Umwelt verstärkt in das Bewusstsein einer breiteren peruanischen Öffentlichkeit zu bringen.

 Mechthild  Ebeling

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