Am Sonntag wählen die Peruaner einen neuen Präsidenten. Spannend ist wer hinter Keiko Fujimori den zweiten Platz macht und damit in der 2. Wahlrunde am 5. Juni antreten wirdBereits eine Woche vor den Wahlen dürfen die peruanischen Medien keine Umfrageergebnisse mehr veröffentlichen.  Deswegen war die Pressekonferenz der vier grossen Umfrageinstitute für die Auslandspresse sehr gut besucht – denn die Auflage gilt nicht für die Verbreitung ausserhalb Perus.

Am Freitag, zwei Tage vor dem Wahltag, waren sich alle Umfragegeinstitute darin einig, dass es beim Kampf um den zweiten Platz ein Patt zwischen Pedro Pablo Kuczinski und Verónika Mendoza gibt. Der liberale Ökonom Kuczinski , kurz PPK genannt, ist mit 77 Jahren der älteste, die linke Abgeordnete Veronika Mendoza mit 36 Jahren die jüngste Kandidatin im Rennen. Während in allen Umfragen Keiko Fujimori, die Tochter des inhaftierten ehemaligen Präsidenten Alberto Fujimori, mit gut 40% der Stimme führt, liegen PPK und Veronika Mendoza mit rund 20% praktisch gleichauf auf dem zweiten und dritten Platz.

„Den Ausschlag dürften die Stimmen der 3,9% Auslands-Peruaner machen“, sagte Manul Saavedra vom Umfrageinstitut CPI. Ebenso wichtig sind die sogenannten „Personeros“, freiwillige Abgeordnete der Parteien an den Wahltischen, die darauf aufpassen, dass keine Stimme falsch ausgezählt wird. Gerade bei geringen Stimmunterschieden kämpfen die „personeros“ erbittert um jede Stimme für ihren oder ihre Kandidatin. Die Parteien, die die meisten „personeros“ stellen können an den 72 000 Wahltischen Perus, haben damit einen Vorteil.

 

Hildegard Willer

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