Melita Sánchez aus Cajamarca hat im Rahmen des „Vamos Esperanza“ Programms ein Jahr in einem Kindergarten auf der Insel Reichenau gearbeitet. Hier ihr Erfahrungsbericht.

Ich heiße Melita del Rocío Sánchez Cotrina, bin Peruanerin, 28 Jahre alt und stamme aus der nördlichen Provinz Cajamarca.  Von Beruf bin ich Englisch-Lehrerin und habe in Cajamarca an einer Internationalen Schule gearbeitet. Mein Vater arbeitet bei Micanto, der Organisation arbeitender Kinder und Jugendlicher, in Cajamarca. Durch ihn habe ich von der Ausschreibung für das Voluntario-Programm in Freiburg gehört.

Gemeinsam mit sieben weiteren Peruaner/innen lebe ich seit August 2015 in Deutschland. Wir werden unterstützt durch die Erzdiözese Freiburg, durch das Freiwilligenprogramm Weltwärts der deutschen Regierung und vor allem durch eine Gruppe ehemaliger deutscher Freiwilliger, die ihren sozialen Dienst in Peru geleistet und den Verein „Color Esperanza“ gegründet haben.
Genau wie eine Jugendliche oder ein Jugendlicher aus Deutschland darf ich – über die Möglichkeit, ein Jahr den freiwilligen Dienst in einem großen Land leisten zu können – interkulturelle Erfahrungen machen, die mir neue Sichtweisen erlauben und mein persönliches Wachstum als Mitwirkende zur Verbesserung der peruanischen Gesellschaft fördert.
Seit etwas mehr als zehn Monaten absolviere ich meine soziale Arbeit auf der Insel Reichenau, 9 km von Konstanz entfernt. Der Kindergarten „Käppele“ ist ein gemütlicher Ort, wo die Kinder im Mittelpunkt stehen. Ich bin überrascht über das, was ich bisher im Kindergarten gesehen habe. Die Kinder sind unabhängig („Melita, ich kann alleine!“), neugierig („Was machst du?“, „Kann ich probieren?“), Denker („Ich denke, Ich habe eine gute Idee“), überlegt („Ich bitte um Entschuldigung!“) und hören zu, sie verstehen die Umwelt, die uns umgibt, und können ihre Fähigkeiten mit konkreten Aktionen weiterentwickeln. Genau wie die Erzieher/innen leiste ich meinen Beitrag zur Stimulierung des physischen und mentalen Wachstums der Kinder, wir beobachten ihre soziale Entwicklung.

Außerdem unterstützen wir sie bei ihren täglichen Notwendigkeiten, von mir lernen sie einige Wörter Spanisch, wir singen die Lieder, die normalerweise die peruanischen Kinder kennen, und probieren peruanisches Essen.
Es ist wirklich eine angenehme Tätigkeit, die Kinder zeigen die beste Seite der Menschen. Außerdem sind sie meine Lehrer – schließlich habe ich mit ihnen meine Deutschkenntnisse verbessert. Ich bin sehr sicher, eine gute Entscheidung getroffen zu haben, als ich mit entschieden habe, in Deutschland helfen zu lernen.
Viel mehr als einen Monat haben wir nun nicht mehr bis zu unserer Rückkehr nach Peru, was uns traurig und gleichzeitig glücklich macht. Wir haben unglaubliche Momente mit Menschen erlebt, die uns vom ersten Augenblick an die Türen zu diesem Land geöffnet. Mir bleibt nur noch, DANKE zu sagen.

Nach meiner Rückkehr müssen wir uns in einem sozialen Projekt in Cajamarca oder in El Callao engagieren. Ich möchte gerne bei der Bewegung arbeitender Jugendlicher Micanto in Cajamarca vieles einbringen, was ich in Deutschland gelernt habe.

Melita Sánchez

Übersetzung aus dem Spanischen: Michael Schrick
Links:
http://www.vamos-voluntariado.com/vamos.html
http://www.coloresperanza.de/

 

 

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