Das Aktionsbündnis „Entwicklung braucht Entschuldung“ warnt vor einer neuen Schuldenkrise und ruft zum Protest beim G20-Treffen in Baden-Baden am 17./18. März 2017 auf.

Entwicklung braucht Entschuldung – Drohende neue Schuldenkrise

Aktionen zum G20-Finanzministertreffen in Baden-Baden

 

Drohende neue Schuldenkrise

Nach der Wirtschaftskrise 2008/2009 entstand für viele Länder des Globalen Südens, deren Schuldenproblem gelöst schien, die Gefahr neuer Überschuldung. Wichtige Gründe dafür sind

  • die weltwirtschaftlichen Strukturen, die nach der Schuldenkrise nicht verändert wurden,
  • die bestehende Abhängigkeit der Länder des Globalen Südens vom Export unverarbeiteter Rohstoffe,
  • ungerechte Steuersysteme, Kapitalflucht und
  • die unveränderte Finanzierung großer (Infrastruktur-)Projekte durch öffentliche und private Kredite.

 

Fehlende Instrumente zur Lösung der Schuldenkrise

Zur Vorbeugung und Bewältigung der neuen Schuldenkrise fehlen aufgrund des Widerstands ausschlaggebender Gläubigerländer wie etwa Deutschlands nach wie vor wichtige Instrumente:

  • Es gibt immer noch kein internationales Insolvenzverfahren, das überschuldeten Ländern einen fairen Ausweg aus ihrer Überschuldung ermöglicht.
  • Es werden immer noch nicht die Vorschläge für eine verantwortliche Kreditvergabe befolgt, die die Beachtung der sozialen und ökologischen Folgen eines Projekts und die Bezahlbarkeit des Kredits für eine Vergabe einfordern.

 

Die Rolle der G20

Bis 2008 wurden die Spielregeln der Weltwirtschaft von den großen Industrieländern (G8) bestimmt. Seit der Weltfinanzkrise sitzen auch die großen Schwellenländer wie China, Indien, Brasilien u.a. mit im Boot. Diese G20-Regierungen bestimmen heute über das wirtschaftliche Schicksal fast aller Länder.

 

Aufruf zu Aktionen:
Treffen der G20-Finanzminister und der G20–Staats- und Regierungschefs in Deutschland

Die G20-Mitglieder treffen sich 2017 in Deutschland, das die Präsidentschaft innehat: Vom 17. bis 18. März 2017 tagen in Baden-Baden die Finanzminister/innen, vom 7. bis 9. Juli in Hamburg die Staats- und Regierungschef/innen der G20-Länder. Im Hinblick auf die Beziehungen zwischen den ärmeren Ländern und ihren Gläubigern fallen die wesentlichen Entscheidungen nicht erst beim eigentlichen Gipfel der Staats- und Regierungschef/innen, sondern schon beim Treffen der Finanzminister/innen in Baden-Baden.

 

Deswegen wollen wir als Kirchen, Eine-Welt-Gruppen und -Organisationen unsere Forderung nach einer gerechten, weltoffenen und solidarischen Globalisierung und alternativen Lösungen für die drohende Schuldenkrise rund um das Casino, wo die Finanzminister/innen und Chef/innen der Zentralbanken sich treffen, hör- und sichtbar machen.

Wir planen für Freitag, den 17. März in Baden-Baden

  • um 14h eine öffentliche Aktion und Kundgebung auf der Fieser Brücke und
  • um 17h einen ökumenischen Gottesdienst in der Evangelischen Stadtkirche.

 

Wir rufen christliche, gewerkschaftliche, globalisierungskritische, Eine Welt-, Partnerschafts- und Solidaritäts-Gruppen auf,

  • sich an den Vorbereitungen unserer friedlichen und gewaltfreien Aktionen in Baden-Baden zu beteiligen und
  • mit uns am 17. März 2017 in Baden-Baden unsere Forderungen nach einem geordneten internationalen Insolvenzverfahren und nach verantwortlicher Kreditvergabe zu unterstützen.

 

 

Christoph Müller, Pastoralreferent

Pfarrgemeinde St. Katharina

Iffezheimer Straße 4

76532 Baden-Baden (Sandweier)

Tel.: 07221 / 6168 -7 o. -1

Fax: 07221 / 802351

E-Mail: christoph.mueller@kath-baden.de

Jürgen Kaiser, Politischer Koordinator

erlassjahr.de

Carl-Mosterts-Platz 1

40477 Düsseldorf

Tel.:  0211 / 46 93 -217

Fax.: 0211 / 46 93 -197

E-Mail: j.kaiser@erlassjahr.de

 

 

 

Dieser Aufruf und die Veranstaltungen in Baden-Baden werden unterstützt durch:

Informationsstelle Peru Freiburg

Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg, DEAB e.V.

attac Aalen

 

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