Die Kakao-Kooperative Naranjillo aus Huánuco  ist eine der erfolgreichsten peruanischen Agrar-Genossenschaften . Ihr strammer Wachstums- und Exportkurs bringt sie nun an den Rand des Bankrotts.

Die Agrarkooperative wurde am 20.12.1964 von 32 Genossen gegründet, mit der Vorstellung, die Zwischenhändler auszuschalten, die schlechte Preise für die Produkte zahlten.
In der Folgezeit lautete die Devise der Geschäftsführung, der Mitgliedern und der externen Berater: Wachstum für den Export.
Wer die Entwicklung von landwirtschaftlichen Projekten, wie Genossenschaften in den Anden und im Regenwald verfolgt, der hört immer wieder den Namen Naranjillo. Deren Vertreter waren mit ihren Produkten bei allen wichtigen großen Import-Export Events und Märkten, auch im Ausland vertreten, z.B. bei einer Baumesse in China.

Die Verantwortlichen von Naranjillo wurden für ihre wirtschaftliche Weitsicht gelobt und unterstützt.
Diese Genossenschaft hat aktuell einige tausend Mitglieder mit 80 angestellten Arbeitern und Verwaltungsangestellten.
Im Jahr 2009 waren die angelaufenen Schulden 14 Millionen Soles. Heute beträgt der der Schuldenberg ca. 50 Millionen Soles, ca. 16-17 Millionen €.
Gründe für den Schuldenberg sind die steigende Zahl des Personals und die hohen Gehälter der Geschäftsführung. Jetzt steht die  Frage an, was mit den Mitgliedern und Arbeitern geschieht. Die Gläubiger wollen ein Konkursverfahren einleiten lassen.

Grundsätzlich geht es um die Frage: Ist es notwendig und angebracht, dass eine Genossenschaft voll auf den Wachstumskurs setzt ?   Und ist das aus Europa stammende Modell einer Genossenschaft die beste Form für eine auf Gegenseitigkeit bauende Wirtschaftsform oder gibt es andere, bessere Formen der gemeinschaftlichen Ökonomie in ländlichen Regionen Lateinamerikas?
(Infos aus: Inforegion, Peru, 26.11.2015, Heinz Schulze)

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