Informationsstelle Peru e.V.

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern

Kehrtwende in der peruanischen Regenwaldpolitik?

E-Mail Drucken PDF
Beitragsseiten
Kehrtwende in der peruanischen Regenwaldpolitik?
Seite 2
Seite 3
Seite 4
Alle Seiten
Peru hat nach Brasilien den zweitgrößten Anteil am Amazonasregenwald. Etwas die Hälfte des peruanischen Territoriums gehört zum Regenwald. Die bisherige peruanische Regenwaldpolitik ist desaströs. Von den 70 Mio. Hektar Regenwald sind heute 14 Mio. gerodet und der Primärregenwald für immer zerstört.

In den 60er Jahren hat der Präsident Belaúnde die Amazonasregion von Peru als Zukunft für die Peruaner bezeichnet und große landwirtschaftliche Entwicklungspotenziale hingewiesen. Es wurden groß angelegte Siedlungsprogramme mit der Abholzung des Primärregenwaldes und Umwandlung der Flächen in fruchtbares Ackerland mit Unterstützung der Entwicklungshilfe durchgeführt. Diese Politik wurde bis Mitte der 80er Jahr fortgesetzt mit dem Ergebnis, dass das Land schnell seine ursprüngliche Fruchtbarkeit verlor und verkarstete. Lediglich Schwemmlandböden erwiesen als dauerhaft für die Landwirtschaft nutzbar. Hierzu gehört aber nur ein kleiner Teil der Regenwaldflächen. Nach einem aktuellen Bericht des heutigen peruanischen Präsidenten Alan García sind 8 Mio. Hektar so ausgelaugt, dass sie für eine Landwirtschaft nicht mehr geeignet sind. Neben der Rodung der Primärregenwälder wurden insbes. auch indigene Völker aus ihren seit Generationen bewohnten Wäldern vertrieben.

Neben der Abholzung des Primärregenwaldes durch Siedler aus anderen Regionen Perus wird er durch Holzeinschlagkonzessionen stark geschädigt. Im Gegensatz zu anderen Nachbarländer exportiert Peru jährlich nur Holz im Werte von US$ 200 Mio. während Chile jährlich für US$ 2.000 Mio. Holz aus Plantagenanbau exportiert. Der peruanische Export stützt sich alleine auf die Extraktion von Edelhölzern aus dem Primärregenwald, teils legal aber auch großenteils illegal. Peru ist heute eines der wichtigsten Länder beim Mahagoniexport. Dies wird allerdings nicht mehr lange anhalten, da die noch vorhandenen Restbestände durch illegale Abholzung bald verschwunden sein werden.



Zuletzt aktualisiert am Montag, den 12. Januar 2009 um 20:49 Uhr